Ina Müller „Ina Müller & Band“ Tour 2012, Arena Trier in Trier

Ina Müller "Ina Müller & Band" Tour 2012, Arena Trier
DATUM» 28.01.2012
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Die norddeutsche Sängerin und Entertainerin Ina Müller schwimmt schon seit Jahren auf der Erfolgswelle immer weiter nach oben. Genügte ihr 2009 in Trier beispielsweise noch die Europahalle, so füllte sie auf der aktuellen Tour bereits die Arena mit weit über 3000 Zuschauern. Überwiegend Frauen quer durch alle Altersklassen, aber auch jede Menge mutiger Männer freuten sich hier am 28. Januar auf einen unterhaltsamen Abend mit der schlagfertigen Künstlerin.

Eröffnet wurde das Konzert mit „Paparazzia“, wozu es beim Intro gefakte Skandalfotos von Ina zu sehen gab. Danach dann die erste sehr ausführliche Ansage. Ina macht Scherze über den unebenen Bühnenboden, der nicht mit ihren hohen Stöckelschuhen kompatibel ist, und guckt sich gleich ein Pärchen in der ersten Reihe aus, das sie den Abend über immer mal wieder mit einbezieht. Und natürlich lästert sie über die Männer und erntet mit ihren teils sehr deftigen, aber stets pointierten Kommentaren lautes Gelächter.

Ina erzählt viel an diesem Abend, entwirft beispielsweise als Gegenpol zu „Nur die Liebe zählt“ ein neues TV-Scheidungs-Format, gesteht uns ihr Desinteresse an technischen Spielzeugen oder sinniert übers Alter. Dazwischen singt sie natürlich auch,  hauptsächlich Lieder ihrer aktuellen CD  wie „Ja ich will“, „Die Nummer“, „Brittpop“ oder „Mit Mitte 20“, dem sie ein ausgedehntes neues improvisiertes Ende verpasst. Begleitet wird sie von ihrer langjährigen Band, die je nach Stück zwischen elektrischen und akustischen Instrumenten wechselt.

Obwohl der Humor überwiegt, gibt es auch ruhige und nachdenkliche Momente, etwa mit „Fast drüber weg“, „Fremdgehen“ oder „Ich ziehe aus“. Da sorgt Ina mit ihrem rauen und sehr emotionalen Gesang richtig für Gänsehaut.  Und sie mutet dem Trierer Publikum sogar ein paar plattdeutsche Lieder zu und erzählt dazwischen auf dem Flügel sitzend Anekdoten aus ihrer Kindheit. Um auf das Instrument hoch zu kommen, benötigt sie mit ihren 46 Jahren inzwischen die Hilfe von Bühnenarbeiter Welle, der sie mit einem eleganten Schubkarrenmanöver gleich zweimal aufs Instrument schiebt.

Allerdings nimmt man Ina das Jammern übers älter werden nicht wirklich ab, so wie sie mit voller Power und ohne Pause zweieinhalb Stunden Program durchzieht. Gegen Ende des Konzerts bringt sie dann auch das Publikum richtig in Bewegung, wenn sie zu „Oh Happy Day“ mit den Backgroundsängerinnen durch die Reihen zieht. Ab da steht fast die ganze Halle und klatscht und groovt mit. Einmal wird es noch ruhig mit „Das wär dein Lied gewesen“, dann geht es ins rockige Finale, bei dem zum Refrain von „Let Me Entertain You“ jedes Bandmitglied eine bejubelte Soloeinlage bekommt.

Zu den Zugaben kommt Ina im weißen Bademantel und barfuß auf die Bühne zurück, scherzt ein letztes Mal mit Freund Bernd aus der ersten Reihe und verabschiedet sich mit „Lieber Orangenhaut“ und „Drei Männer her“ vom begeisterten Trierer Publikum. Ina Müller live, das ist wirklich ein Erlebnis – und wer das verpasst hat, kann nur hoffen, dass es auch von ihrer aktuellen Tour irgendwann eine DVD geben wird.

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