Islands Chartstürmer Of Monsters And Men begeistern im ausverkauften Hamburger Docks

Of Monsters And Men
DATUM» 11.09.2012
ARTIST» ,
VENUE»

Der heute über Hamburg hinwegziehende Regen und die damit einhergehende Kälte läuten für mich nun endgültig die Indoor-Konzertsaison ein. Wer sonst könnte diese besser eröffnen als die isländischen Newcomer von Of Monsters And Men, die seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „My Head Is An Animal“ im Frühjahr weltweit als neue isländische Sensation gefeiert werden. Hier in Deutschland ist das extrem junge Sextett nur für vier restlos ausverkaufte Konzerte zu Gast, ihr Konzert im Hamburger Docks bildet mit dem Support der ebenfalls isländischen Singer-Songwriterin Lay Low bereits den Abschluss ihrer Tour.

Schon kurz nach Einlassbeginn füllt sich das Docks extrem schnell, jedoch verzögert sich der Support der bezaubernden Lovisa Elísabet Sigrúnardóttir alias Lay Low doch ein wenig. Mit ihrer samtig weichen, aber dennoch kräftigen Soulstimme und ihrer percussiven Akustikgitarre präsentiert uns die talentierte Isländerin insgesamt sechs wunderschöne Songs, die stets mehrere Musikstile in sich vereinigen. Mit ihrem mal folkigem, mal bluesgeprägtem Sound stößt sie hier auf ein durchweg dankbares Publikum, welches sicherlich nicht nur ihre verträumten Geschichten sondern auch ihre außerordentliche Stimme und musikalisches Talent zu schätzen weiß. Nach einem knapp halbstündigen Set unterstützt das Geburtstagskind und Gitarrist von Of Monsters And Men Brynjar Leifsson das Finale und bekommt im Anschluss von der gesamten Band auch noch eine Geburtstagstorte überreicht und vom Publikum sogar ein Ständchen dazu gesungen.

Erst kurz nach neun beginnen die heute zu siebt performenden Of Monsters And Men ihr Konzert mit dem etwas ruhigeren Song „Dirty Paws“ auf der dramaturgisch in jede Menge Rauch und ein tiefes Blau getauchten Bühne. Nach ihrer sympathisch zurückhaltenden Begrüßung zeigt sich in den folgenden Songs sehr schnell, warum die soundgewaltige Musik der Isländer oft mit Arcade Fire verglichen wird. Drei Gitarren, Bass, Akkordeon, Trompete, Synthie, Drums, diverse weitere percussive Instrumente und die absolut harmonischen Gesänge aller Bandmitglieder erzeugen ein überwältigendes Volumen auf der Bühne. Das Publikum wird geradezu in ihren Bann gezogen und schwenkt die Arme zu dem zart beginnenden, sich aber rhythmisch kraftvoll entwickelnden „From Finner“, spätestens ab der Aufforderung zum Mitklatschen durch Frontfrau Nanna Bryndís Hilmarsdóttir gibt es bei den Fans keine Zurückhaltung mehr. Zum schwungvollen und absolut tanzbaren „Mountain Sound“ wird im Refrain kollektiv mitgesungen, so langsam kommt nun bei allen richtig gute Stimmung auf. Immer wieder überzeugen ihre gekonnten musikalischen Arrangements, vor allem auch der regelrecht mitreißende Drumsound des nahezu perfekt spielenden Schlagzeugers Arnar Rósenkranz Hilmarsson, dem heute ein Großteil meiner Aufmerksamkeit gilt. Aber auch alle anderen Musiker erweisen sich als großartige Live-Performer, allen voran natürlich Sängerin Nanna, sowie der zweite Frontmann Ragnar Pórhallsson, die beide stimmlich großartig miteinander harmonieren und ihren Songs diesen warmen, weichen Sound verleihen, der zeitweise durch Trompetenbegleitung einen ganz besonderen Charakter bekommt. Bei „Love Love Love“ wird dann ein wenig Geschwindigkeit herausgenommen, gänzlich ohne Drums, dafür jedoch mit Akkordeonunterstützung durch Multitalent Arnar, wird der Song ausschließlich durch die Stimmen getragen. Mit ihrem Radioerfolgshit „Little Talks“ erreicht das Konzert seinen stimmungsmäßigen Höhepunkt, denn dieser Ohrwurm verleitet einfach zum Mitsingen, Tanzen, Klatschen und Fröhlichsein.

Nach einer knappen Stunde ist der Zauber auch schon wieder vorbei, nach unaufhörlichem Jubel des Publikums sind Of Monsters And Men noch für drei Zugaben zurück auf die Bühne gekommen, verabschieden sich dann aber nach wohl erschöpftem Repertoire mit ihrem letzten Song vom Album „Yellow Light“ endgültig von uns. Noch im Taumel der Melodien werden alle leider sofort unbarmherzig von der Security aus dem Docks „gekehrt“, so dass nicht einmal Zeit bleibt, das wunderbare Konzert mental abzuschließen oder sein Getränk in Ruhe auszutrinken.

Setlist:

  • Dirty Paws
  • From Finner
  • Slow & Steady
  • Mountain Sound
  • Skeletons
  • Your Bones
  • Love Love Love
  • King & Lionheart
  • Lakehouse
  • Little Talks
  • Six Weeks
  • ————
  • Sloom
  • Beneath My Bed
  • Yellow Light