Jan Delay, Tour 2012, Support: CRO, Kunst!Rasen Gronau, Bonn

Jan Delay, Tour 2012, Support: CRO, Kunst!Rasen Gronau, Bonn
DATUM» 30.06.2012
ARTIST» ,
VENUE»

In den letzten Jahren hab ich mich im Sommer öfter mal auf den Konzerten in der Bonner Museumsmeile getummelt. Schöne Location, daher war ich etwas überrascht, dass es diesmal in die Rheinauen ging. „Kunst!Rasen“ nennt sich das neue Gelände auf der grünen Wiese. Platz für 10.000 Zuschauer, seitlich angebrachte Tribüne. Hört sich gut an. Allerdings war der Platz doch sehr schlauchförmig angelegt und es wurde ein arges Gedränge. Vor allem bei Tageslicht konnten viele das Bühnengeschehen nur aus der Ferne betrachten und mussten dabei gegen die Sonne blinzeln. Vielleicht sollte man über eine längsseitig angebrachte Bühne nachdenken?

Sei’s drum. Hier geht es um die Musik. Und die war am 30. Juni vom Feinsten. Zunächst gab sich als Support der Shootingstar der deutschen Rap-Szene die Ehre. CRO – der Mann mit der Pandamaske. In seinem kurzen Set sorgte er für ordentlich Stimmung und machte vor allem die zahlreich anwesenden Teenies glücklich. Als dann zum Abschluss die Sorgenfrei-Hymne „Easy“ erklang, sah man auch ältere Semester mitwippen. Das Album „Raop“ kann ich nur empfehlen. Eine sehr entspannte Mischung aus Rap und Pop mit vielen eingängigen Songs für laue Sommernächte.

Kurz nach 20 Uhr betraten dann Jan Delay und Disko No. 1 die Bühne. Eine Kombination, die jede Halle und jedes Stadion zum Kochen bringt. Jan Delay kann Rap und Reggae, das hat er in der Vergangenheit mehr als eindrücklich bewiesen. Doch sein letztes Werk „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ widmete sich wieder konsequent den Stärken, die schon „Mercedes-Dance“ zuvor zum Megaburner machten: Eine Mischung aus Funk und Soul mit dezent eingesetzten Jazz-Elementen, die den Hörer von Beginn an in Bewegung bringt.

Vor sechs Jahren fuhren Mercedes-Dance und später der Bahnhof Soul erstmals ab. Inzwischen hat man mit Disko No. 1 einige bahnbrechende Konzerte gespielt. Die Band legt vor allem viel Wert darauf, die tanzbaren Sounds nicht per Computer zu erzeugen, sondern die Instrumente auf altbewährte Manier von Hand zu traktieren.

In Bonn gab es eine Mischung aktueller Hits, beginnend mit „Türlich, türlich“, Publikumslieblingen wie „Large“ und „Showgeschäft“ sowie natürlich das unvermeidliche „Oh Johnny“. Der näselnde Charismatiker hatte die Menge fest im Griff, übte Tanzschritte mit den Anwesenden ein und ließ sie zu „Oh Johnny“ ihre Klamotten schwingen. Da war Feierlaune für jung und alt angesagt. Das Konzert endete nach gut zwei Stunden. Man hört Gerüchte, es sei die Abschiedstour für Disko No. 1 und ein Schlussstrich unter Jan Delays Karriere als Soulstyler. Mal abwarten, was dem Multitalent als nächstes einfällt.