Killswitch Engage, 30.04., Köln – Neue Tour, neues Album, alter Sänger

Konzert - Killswitch Engage
DATUM» 30.04.2013
ARTIST» , ,
VENUE»

Die Könige des Metalcores sind wieder in Köln, auch noch zur Mai-Nacht! Während mancher seiner Liebsten einen Baum stellt, haben clevere Kerle der Abgebetenten eine Karte für den heutigen Abend gekauft! Killswitch Engage schrieben mit ihren Alben ein Stück meiner Metal-Geschichte und festigten ein Genre. Mit Begeisterung habe ich die Rückkehr von Jesse Leach am Mikro wahrgenommen und war gespannt, ob KsE sich nach der letztjährigen Festival-Tour endlich in den Hallen wieder blickenlassen. Dass dieses Event schon seit mehreren Wochen ausverkauft ist, müsste den meisten eigentlich klar gewesen sein, besonders da die Essigfabrik nicht die größte Halle in Köln ist.

Killswitch sind natürlich nicht alleine unterwegs! Die frischen Label-Kollegen von Heartist dürfen sich heute zum ersten Mal in Köln beweisen. Die aus Kalifornien stammenden Jungspunde haben vor genau einer Woche ihre neue EP „Nothing You Didn’t Deserve“ veröffentlicht und können die Chance nutzen, den Kölnern ihre neuen sechs Songs vorzustellen. Modernen Post-Hardcore mit Breakdowns werden mit Growls oder Clean-Vocals überlegt. Was nach einer lahmen Standard-Rezeptur klingt, hört sich bei Heartist zum Glück nicht so an. Die Herren verstehen es, knackige Metal-Songs mit poppigen Einlagen zu schreiben. Wir können auf das kommende Debut-Album gespannt sein, denn „Nothing You Didn’t Deserve“ macht definitiv Appetit auf mehr.

Wer bei Sylosis auf eine weitere moderne Metal-Band hofft, wird nach den ersten Klängen eines Besseren belehrt. Die Briten spielen Trash-Metal der besten Sorte, der an verschiedenen Stellen mit Melodic-Death kombiniert wird. Ich verfolge die Bandgeschichte seit ihrem Album „Conclusion of an Age“ und finde es Klasse, dass Gitarrist Josh Middleton nach dem Ausstieg Jamie Graham die Band weitervorangetrieben hat, egal wie sehr sich das Besetzungskarussell gedreht hat. Die harte Arbeit hat sich ausgezahlt. Josh hat stimmlich genauso viel zu bieten wie an der Gitarre. Mit eigenen Fans in der Essigfabrik, gibt es bei fast jedem Song einen Circle Pit. Schlagzeuger Rob Callard ist eine wirklich tempomachende Maschine. Im Repertoire haben Sylosis nur Songs von ihrem neuesten Meisterwerk „Monolith“, welches in den Staaten noch mehr gefeiert wird als in Europa. Der Jubel ist zu Recht verdient. Sicherlich einer der besten britischen Live-Bands in diesem Genre!

Nach einer kurzen Umbau-Pause kommen Killswitch Engage auf die Bühne und werden mit lauten Freudenschreien begrüßt. Direkt zu Anfang ballert „The Hell in Me“ vom gerade veröffentlichten „Disarm the Descent“, ein Album, das im Design und musikalischer Auslegung ganz nach „Alive or Just Breathing“ klingt. Die Begeisterung an die Ursprünge wieder anzuknüpfen, hat nicht nur die Band zu neuem Tatendrang beflügelt. Die Kölner sind genauso aktiv wie Adam D. und seine Jungs beim Bühnenspringen. In klassischer Killswitch-Manier hält Jesse das Mikro in Richtung Publikum und die ganze Essigfabrik dient als Chor. Die Songwahl bietet sogar Stücke aus Zeiten, an denen Howard Jones noch am Mikro war. Unter diesen Voraussetzungen dürfen „The End of Heartache“, „Rose of Sharyn“ und „My Curse“ nicht fehlen. Es scheint fast so, als wäre die Band nie mit einem anderem Sänger unterwegs gewesen. Einfach schön, diese Band nach all den Jahren wieder mit so viel Enthusiasmus und Elan auf der Bühne zu sehen! Killswitch Engage gehören für mich zu einer der besten Live-Bands, die ich je sehen durfte. Der Funke der Leidenschaft springt bei ihnen jedes Mal direkt über. Zum Schluss wird unter lauten Zugabe-Rufen „My Last Serenade“ gespielt.

Jede KsE-Show ist ein besonderes Highlight. Es freut mich, diese Band wieder mit solcher Energie live zu sehen. Das Publikum wird diesen Abend noch lange in Erinnerung haben – bis zur nächsten Show von Killswitch Engage.

Großartige Bilder von unserem Fotografen Rainer gibt es hier