Mehr als ein Sidekick – Fall Out Boy im Palladium, Köln 08.03.2014

DATUM» 12.03.2014
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Es war einer dieser Abende, der geschaffen für die kleinen Skandale des Lebens war. März 2010, Palladium: Fall Out Boy sind gerade dabei ihre aktuelle Single „Americas Sweethearts“ zu spielen. Die Stimmung ist gut, nahezu euphorisch, trotz eines Wellenbrechers und einer unspektakulären Setlist. Dann passiert es. Ein neongelbes Knicklicht wird Richtung Bühne geworfen und streift Bassist Pete Wentz am Kopf. Er verzieht das Gesicht, doch beendet den Song professionell, aber mit grimmiger Miene. Anschließend lässt es sich aber nicht nehmen seine Gefühle dem Publikum Kund zu tun: „Leute, ich weiß, dass das rumschießen dieser Dinger Spaß macht, aber wenn man sie abbekommt, kann das schon weh tun.“

Sänger Patrick Stump sieht seinen Mitstreiter nun mit einem verstörten, leicht ungläubigen Blick an und fragt ihn, was er sich dabei denkt das Publikum so anzumachen. Darauf folgt ein Moment der Stille, selbst das Publikum bringt kein Wort heraus. Ein böses Blickduell zwischen Sänger und Bassisten später beruhigt sich die Lage und Fall Out Boy bringen wortlos ihr Set zu Ende.

Vier Jahre später gastiert die oben genannte Band wieder im Palladium. Man hat sich eine ordentliche Auszeit vom Tourleben genommen und ist mit neuem Album im Gepäck. Eins vorweg: Diese Pause hat der Band verdammt gut getan.

Dennoch wird eine Person allen am heutigen Abend die Show stehlen. Taylor Momsen, ihres Zeichens Teenie-Idol und Frontfrau der Pretty Reckless ist mit ihren Mitstreitern unterwegs, um die gut 3500 Leute komplett zum Ausrasten zu bringen. Der brachiale Sound der Band schallt noch heute in den Gehörgängen, das Gossip Girl hat eine Präsenz auf der Bühne und Wut in der Stimme, wie Brody Dalle in ihren besten Jahren. Was für eine geile Show.

Klar ist, dass Fall Out Boy mit so einer starken Vorband Gefahr laufen sich bei ihrer eigenen Veranstaltung zum Side-Kick degradieren. Diese Angst verraucht jedoch innerhalb weniger Minuten, als die fünf Männer aus Illinois mit Sturmmasken bekleidet die Bühne erklimmen und mit „The Phoenix“ loslegen. Das vorwiegend junge Publikum (Zielgruppe: 16-18 Jahre) singt textsicher „This Ain’t A Scene“, „Thriller“ oder auch das großartige „Sugar, We’re Going Down“ mit. Die Stimmung unter den Bandkollegen wirkt ebenfalls deutlich entspannter. Es werden untereinander Witze gemacht, aber auch viel mit dem Publikum interagiert. Eines der Highlights ist die Akustikversion des Klassikers „Where Is Your Boy Tonight?“, bei dem man Scharen von Teeniepärchen und kleinen Taylor Mommsen Kopien sich knutschend in den Armen liegen.

Mit „Save Rock and Roll“, „Thanks for the Mmrs“ und „Saturday“, bei dem sich vor der Bühne noch einmal ordentlich bewegt wird, entlässt die Band das Publikum nach 19 Songs und 90 Minuten in die Nacht hinaus. Fazit: Ein gelungener Abend mit einem starken Support.

 

Setlist:

The Phoenix
I Slept with Someone in Fall Out Boy and All I Got Was This Stupid Song Written About Me
A Little Less Sixteen Candles, a Little More „Touch Me“
This Ain’t a Scene, It’s an Arms Race
Alone Together
Guitar Solo
Thriller
Where Did the Party Go
Sugar, We’re Goin Down
Beat It (Cover)
Young Volcanoes

I’m Like a Lawyer with the Way I’m Always Trying to Get You Off (Me & You) (akustisch)
Grand Theft Autumn/Where Is Your Boy (akustisch)

Drum Solo
Dance, Dance
Just One Yesterday
I Don’t Care
My Songs Know What You Did in the Dark (Light ‚Em Up)

Zugabe:
Save Rock and Roll
Thnks fr th Mmrs
Saturday

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