Muse Freilichtbühne Loreley am 12.07.2013 Review

DATUM» 12.07.2013
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Unmittelbar beim Betreten des Innenbereichs der Freilichtbühne der Loreley war zu erahnen, dass nicht nur aufgrund des absolut perfekten Sommerwetters ein erinnerungswürdiger Open-Air Konzertabend bevorstehen wird:

Der Blick fällt zunächst unweigerlich auf eine heißluftballongroße, gasgefüllte Riesen-Glühbirne, welche aufrecht inmitten des Publikums steht und vor dem Hintergrund des sonnenbeschienen Rheintals ein surreales Bild abgibt. Während die Zuschauermenge bei kalten Getränken und warmem Essen in der noch scheinenden Sonne auf den Hauptact wartet, betritt um 19.45Uhr zunächst die 6- köpfige Band „Deaf Havana“ die Bühne, um den Konzertabend mit einer guten Dreitviertelstunde britischem Alternative Gitarrenrock einzuleiten.

Schließlich nehmen Matt Bellamy, Chrisopher Wolstenhome und Dominic Howard, ergänzt durch einen vierten Mann am Keyboard, die Bühne mit ihrem elektronischen Dubstep Opener „The 2nd Law: Unsustainable“ ein und eröffnen damit ihr erstes Open-Air Konzert in Deutschland auf ihrer „The 2nd Law“ Welttournee. Passend zum Intro wird das entsprechende Musikvideo auf den großen Leinwänden abgespielt, zu dem gleich am Anfang wie aus dem Nichts der dem Musikvideo entsprungene übergroße Roboter „Charles“ inmitten des Publikums auftaucht und sich seinen Weg mitten durch die faszinierte Menge bahnt. Als Fortsetzungen folgen direkt der Gitarrenknaller „Supermacy“ vom aktuellen Album „The 2nd Law“ und der Klassiker „Supermassive Black Hole“ mit einem stets wie gewohnt wild auf der Bühne umherspringenden Matt Bellamy, der trotz seiner Bühnenakrobatik nie einen einzigen falschen Ton auf der Gitarre greift.

Muse am 12.07.2013 auf der Freilichtbühne Loreley, St. Goarshausen

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Das bis dahin insbesondere für die hinteren, höher positionierten Ränge gefühlte Fehlen der Lightshow, welche aufgrund der Helligkeit unter freiem Himmel noch gar nicht in ihrem vollen Ausmaß wahrgenommen werden kann, wird zwischenzeitlich durch die musiksynchrone Pyrotechnik, bestehend aus Rauch- und Feuerspeiern an der vorderen Bühnenkante, mehr als wett gemacht! Doch je weiter sich die Sonne schließlich senkt, desto mehr kommt auch die durch etliche im Publikum positionierte Nebelmaschinen unterstützte Lightshow zur Geltung und setzt der Performance von MUSE die Krone auf.

Den ersten Höhepunkt erreicht das Konzert, als Bassist Christopher Wolstenholme mit seiner Mundharmonika das Intro zu Ennio Morricones „Man with a Harmonica“ einleitet, in welches nach und nach die gesamte Band einsteigt und schließlich nahtlos in „Knights of Cydonia“ übergeht. Die bis dahin absolut perfekte Performance von MUSE, deren Stil sich mit Recht als Progressive Rock bezeichnen lässt, in dem zahlreiche Gitarren, ein meist hart verzerrter Bass und zahlreiche elektronische Elemente vermischt werden, wird aber noch ein weiteres mal getoppt:

Passend zu „Guiding Light“, dem inzwischen 15. Song des Abends, steigt plötzlich die eingangs erwähnte Riesen-Glühbirne zum Himmel empor, um 20 Meter über den Köpfen des Publikums mitten in der Luft zu verharren. Der an sich schon atemberaubende Effekt wird aber zusätzlich noch durch eine Tänzerin gesteigert, die aus dem unteren Ende der Glühbirne fällt und nur an einem Seil hängend in der Luft zu tanzen beginnt. Dabei lässt sie mehrere Hände voller Konfetti über den fasziniert dreinblickenden Zuschauern niedergehen, wodurch der Eindruck entsteht, dass die riesige Glühbirne tatsächlich Funken sprüht. Unterstützt durch die Lightshow mögen sich an dieser Stelle zahlreiche Zuschauer an Live Perfromances von Pink Floyd erinnert fühlen, die ihre Konzerte stets mit ähnlich bombastischen Effekten geschmückt haben.

Die beiden letzten Stücke „Undisclosed Desires“ und „Stockholm Syndrome“ runden das Hauptset des Konzert schließlich ab. Danach betreten MUSE abermals die Bühne zur Zugabe: Ähnlich wie zu Beginn des Konzerts wird auch die Zugabe eingeleitet – diesmal durch „Isolated System“. Letztendlich folgen „Uprising“, „Starlight“ und „Survival“, womit ein absolut fantastischer Konzertabend zu Ende geht und überglückliche, feiernde Fans zurücklässt, deren Hochstimmung noch beim Verlassen des Konzertgeländes von allen Seiten zu spüren ist.

Muse Freilichtbühne Loreley:

  • The 2nd Law: Unsustainable
  • Supremacy
  • Supermassive Black Hole
  • Panic Station
  • Resistance
  • Plug In Baby
  • Animals
  • Knights of Cydonia
  • Monty Jam
  • Feeling Good
  • Follow Me
  • Liquid State
  • Madness
  • Time Is Running Out
  • Guiding Light
  •  Undisclosed Desires
  • Stockholm Syndrome
  • ————————————-
  • The 2nd Law: Isolated System
  • Uprising
  • Starlight
  • Survival