Napalm Death zerlegen das Kölner MTC – 23.01.2013

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DATUM» 23.01.2013
ARTIST» , ,
VENUE»

Keine Konzertnachricht konnte mich so glücklich stimmen, wie die, dass die legendären und stets sympathischen Napalm Death im Kölner MTC, einer der kleinsten und besten Kölner Locations, eine Club-Show spielen werden. Eine Band, die 1981 [!] gegründet wurde, ist auch noch heute eine der einflussreichsten in Sachen Extrem-Musik. Kein Wunder, dass auf der Zülpicher Straße Leute jeglicher Altersklassen auf diese Show warten.

Lavatch gehören zu den sympathischsten Underground-Bands in Köln. Jeder Fan von Norma Jean, Journal oder Stray From The Path sollte hier HELL-hörig werden. Die Jungs kommen sehr ansprechend und ehrlich rüber. Während dissonante, vertrackte Parts chaotisch mit Tempo gespielt werden, schreit sich Sänger Marco verzweifelt die Seele aus dem Leib. Endlich wieder eine Lokalband, deren Mittelpunkt nicht die altbackenen Breakdowns oder zur Schau gestelltes Lifestyle Image sind, sondern die Leidenschaft für die Musik an sich. Allein für ihre Ansage über den Cover-Hype bekannten Pop-Songs in der Metal-Szene haben sich Lavatch in mein Herz gespielt. Hoffentlich sind sie bald wieder hier in der Region zu sehen. Ihre neue EP gibt es gratis auf ihrer Facebook-Seite! (Tipp!)

Accuser sind schon fast solange wie Napalm Death musikalisch aktiv und zeigen auch an diesem Abend, warum Old-School Trash Metal immer noch ihr Ding ist. In Kreator- und Slayer-Manier hauen die Herren den MTC-Besuchern ein Brett um die Ohren, das sich gewaschen hat! Markante Riffs treffen auf schnelle Drums und werden an dezenten Stellen mit Soli versehen. Die Kölner entgegnen diesem Metal-Sturm mit viel Applaus und headbangen. Nach gut 45 Minuten endet ihr Set. Hier wird bewiesen, dass Trash Metal der achtziger Jahre noch lange nicht zum alten Eisen gehört.

Während Napalm Death persönlich ihr Set aufbaut, wird es vorne vor der Bühne sehr eng. Die letzten Massen haben sich ins MTC gefunden. Nach einem kurzen Soundcheck beginnt schon ihr Intro „Circumspect“ von ihrem neuesten Album „Utilitarian“. Jetzt gibt es bei der Band und dem Publikum kein Halten mehr. Napalm Death ballern Blast-Beats, Hardcore-Punk-Gitarrenläufe und geben dabei mächtig Vollgas, so, dass man kaum glauben möchte, dass diese Band schon fast 30 Jahre im Geschäft ist. Diese Band hat auch noch nach all den Jahren ihrer Tätigkeit mehr Bühnenpotential und –Präsenz als viele junge Kapellen, die gerade mal um die 20 Jahre alt sind. Barney, Shane, Danny, Mitch zeigen sich heute Abend einfach von ihrer besten Seite. Authentische Ansage und musikalische Raffinesse stehen im Vordergrund und zeigen, dass ihre Fan-Gemeinde hinter ihnen steht. Ich habe selten so eine große Altersspanne auf einer Show gesehen. Darum gibt es auch musikalisch eine breites Angebot aus allen Veröffentlichungen, die wirklich live ein Highlight in der extremen Grindcore Musik sind. Es gibt also Hits von „Smear Campaign“, „Time Waits for No Slave”, „Utilitarian” und vieles mehr. Leider endet das Set von Napalm Death nach einer guten Stunde wieder. Es hagelt Applaus und Jubel für Band und Fans.

Ich hatte selten so viel Spaß auf einer Show. Leute, Club und Band waren selten so stimmig. Ich bedanke mich bei Beer And Music für das Buchen dieser Show und bei den Bands für ihre Leidenschaft und beim Publikum für ihre Begeisterung an dieser Musik.