Of Monsters And Men, Tour 2012 Support: Elle King, Luxor Köln

Of Monsters And Men, Tour 2012 Support: Elle King, Luxor Köln
DATUM» 27.04.2012
ARTIST» ,
VENUE»

An diesem Freitagabend wird man vor dem Luxor von Schilder-tragenden und um Karten-fragenden potentiellen Konzertbesuchern begrüßt. Die bereits seit einiger Zeit ausverkaufte Show der jungen isländischen Band „Of Monsters and Men“ steht an.

Dementsprechend voll ist es dann auch im eher kleinen Luxor. Dass dieses keinen Preis für das beste Konzertvenue gewinnen wird ist wohl allen, die schon mal dort waren, bekannt. Im hinteren Bereich eher schlauchig, öffnet der Raum sich erst zur Bühne hin. Der Toiletteneingang liegt strategisch ungünstig neben der Bühne – was einen dauernden Strom an Menschen von hinten nach vorne und zurück mit sich bringt.

Nach einem etwa halbstündigen Gastspiel der New Yorkerin Elle King und dem folgenden Umbau kommen dann gegen halb neun die sieben Musiker von „Of Monsters and Men“ auf die Bühne. Ihr Opener – „Dirty Paws“ – ist auch der erste Song ihres Debutalbums „My head is an animal“. In meinen Augen eine passende Wahl, da dieser ziemlich gut zeigt, wohin die Reise geht.

Die beiden Sänger Nanna Bryndís Hilmarsdóttir und Ragnar Þórhallsson singen mal alleine, mal im Duett und oft begleitet von Backings der restlichen Bandmitglieder. Hier muss man sagen, dass es eine gute Idee ist, diese ‚la las‘ und ‚heys‘ für das Album mehrfach zu doppeln – Gesang ist nicht deren Stärke. Aber ihr Job ist nun mal Gitarre und Schlagzeug zu spielen und das tun sie sehr gut!

Nanna und Ragnar hingegen begeistern mich mit ihren Stimmen, die live gesungen genau so gut klingen wie auf dem Album. Beide können sowohl die leisen, langsamen Stücke – wie „Lakehouse“ –  als auch die lauteren und mehr nach vorne gehenden – beispielsweise „Mountain Sound“ – sehr gut bedienen.

Der Höhepunkt des Abends ist erwartungsgemäß ihre inzwischen recht erfolgreiche Single „Little talks“. Das Publikum singt begeistert mit und auch das typisch deutsche Mitgeklatsche – selbstverständlich gegen den Takt – wird hierbei nochmal lauter.
Apropos mitsingen: In die Songtexte muss man sich etwas einfinden und viel Interpretationsfähigkeit mitbringen – erinnert mich persönlich ein wenig an die ebenfalls aus Island stammende Band „Seabear“.
Gespielt werden fast alle Songs ihres Albums, lediglich „Your Bones“ ist den Isländern für ein Konzert wohl zu ruhig. Stattdessen spielen sie den Coversong „Close to me“ von „The Cure“. Mit denen kann man mich jagen, deshalb schreibe ich wohl besser nichts dazu…

Nach zwei Zugaben und etwas über einer Stunde ist dann dieses tolle Konzert vorbei. Etwas kurz – was aber wohl eher am Mangel an Material als der Unlust der Protagonisten liegt.
Alles in allem ein sehr gelungener Abend, mit tollen Live-Musikern und verdammt schöner Musik. Auch die Band scheint an diesem Abend viel Spaß gehabt zu haben und erntet ein paar Lacher des Publikums. Da ich weiter hinten stehe, um dem Gedränge vor der Bühne zu entgehen und umgeben von sich unterhaltenden Grüppchen bin – die weitere Abendplanung scheint wohl wichtiger – bekomme ich davon akustisch leider wenig mit.
Das nächste Mal werden wir die nordeuropäischen Newcomer wohl eher in Locations der Größenordnung „Live Music Hall“ sehen und ich werde dabei sein.