Party All Day, Fuck All Night – Steel Panther feiern in der Live Music Hall – Support: Kobra And The Lotus

Steel Panther
DATUM» 03.11.2012
ARTIST» ,
VENUE»

Das Spektakel beginnt schon vor dem eigentlichen Konzert, als Langhaar- Perücken, Bandanas, Dosenbier, Metal- Shirts und Leo- Spandex Köln- Ehrenfeld am Samstagabend überfluten. Wer hier an den 80er Jahre Sunset Strip denkt, liegt verdammt richtig, denn die vier Glam Rocker von Steel Panther haben die weite Reise von Los Angeles in die Live Music Hall auf sich genommen, um rund 1300 Fans mit Sex, Drugs and Rock’n’Roll zu versorgen. Naja, vor allem mit Sex.

Doch bevor die Party auf dem Sunset Strip beginnt, betreten Kobra and the Lotus die Bühne. Über die kanadische Vorband gibt es eigentlich nicht allzu viel zu sagen. Eine recht typische female fronted Metal Band, deren Songs wegen der tiefen, röhrigen Stimme der Frontfrau Brittany „Kobra“ Paige und der charakteristischen Metal- Riffs ihrer Kollegen an Bands wie Manowar und Iced Earth erinnern, jedoch nicht viel Wiedererkennungswert haben. Sie liefern insgesamt eine solide Show ab, die aber nicht sonderlich spektakulär oder überraschend daherkommt und das Publikum nur teils zu begeistern vermag.

Und dann, endlich, kommen die Glam- Rocker ins Rampenlicht. Mit „Supersonic Sex Machine“ liefern die Jungs von Steel Panther einen „steelechten“, sexgeladenen Einstieg, der die Menge zum Mitsingen und Mitfeiern einlädt. Doch dass sie nicht nur den Geist und Rock der 80er auf die Bühne zaubern, sondern auch große Entertainer sind, zeigen sie mit stellenweise zehnminütigen Showeinlagen, die so komisch sind, dass das Publikum nicht umhin kommt laut zu lachen. Natürlich geht es dabei um die drei großen Säulen des Ruhms: Sex, Drogen und Rock’n’Roll, auf deren Grundlage sich Steel Panther an die Grenzen des Obszönen wagen. Wer die Vier, ihre Show und ihre Texte also allzu ernst nimmt, ist hier fehl am Platz. Den kompletten Wahnsinn dabei wiederzugeben ist jedoch schier unmöglich; diese Band muss live erlebt werden! Dass sich das schon herumgesprochen hat und Steel Panther überaus populär in Deutschland sind, sieht man an dem ungewöhnlichen Publikum. Fans jeden Alters und musikalischen Genres sind anzutreffen um eine große Party mit Lexxi Foxxx, Michael Starr, Satchel und Stix Zadinia zu feiern. Doch zurück zum Geschehen auf der Bühne: Selbstverständlich schminkt sich Lexxy Foxxx unentwegt und legt immer wieder Haarspray nach, während Satchel mit seinen Deutschkenntnissen („Ich habe einen harten Schwanz“) beeindruckt und die weiblichen Fans ständig animiert die „Boobies“ zu entblößen. Das Kölner Publikum zeigt sich dabei ungewohnt zurückhaltend und gerade zwei mal erhaschen die US- Rocker einen Blick auf die, von ihnen heißgeliebten, Brüste ihrer Groupies. Die männlichen Gäste der Live Music Hall sind da schon offener und beantworten alle Fragen zu ihren sexuellen Vorlieben mit Gröhlen und der altbewährten Pommesgabel, während die Damen des Abends eher verlegen kichern. Zwischendurch wird aber auch immer mal wieder gerockt und zu Hits wie „Asian Hooker“, „Party All Day“, „The Shocker“ und „If You Really Love Me“ feiert die ganze Halle mit: jeder singt, jeder gröhlt, jeder jubelt. Absolut textsicher zeigt sich das Publikum bei der Zugabe und singt „Community Porperty“ lauthals mit. Dass zu diesem überaus „romantischen“ Song die Feuerzeuge nicht fehlen dürfen versteht sich von selbst und so verwandelt sich die alte Industriehalle in ein Lichtermeer. Mit „17 Girls In A Row“ beenden Steel Panther die große Party und versprechen ihren deutschen Fans bald wiederzukommen.

Damit endet ein fast zweistündiges, rockiges Schauspiel. Und so ganz nebenbei hat der Zuschauer bei all dem Spaß auch noch einiges gelernt: erst wenn die Spandex so eng anliegt, dass sie aussieht wie aufgemalt, sitzt sie richtig, man kann niemals zu viel Haarspray benutzen und niemandem steht Lipgloss so gut wie Lexxi Foxxx. In diesem Sinne „Death To All But Metal“!

Setlist

  • Supersonic Sex Machine
  • Tomorrow Night
  • Fat Girl
  • Asian Hooker
  • Tiger Woods
  • Let Me Come In
  • If You Really Love Me
  • Gitarren- Solo
  • Turn Out The Lights
  • The Shocker
  • Suck It Self
  • Girl from Oklahoma
  • Party All Day (Fuck All Night)
  • Death To All But Metal
  • ___________
  • Community Property
  • Eyes Of A Panther
  • 17 Girls In A Row