Refused Tour 2012, Support: Terrible Feelings – Live Music Hall / Köln, 29.9.2012

Fotos von Refused am 29.09.2012 in der Live Music Hall, Kšln
DATUM» 29.09.2012
ARTIST» ,
VENUE»

Unter all den schon aufgelösten und leider vergessenen Bands dieses Planteten, die mehr Musiker der heutigen Zeit beeinflusst haben, als diese die neuheranwachsenden Generation weitergeben kann, müsste das der Name Refused fast immer fallen. Die Schweden haben Spuren in der Vergangenheit hinterlassen, also kein Wunder, dass die Freude Anfang dieses Jahres groß war, als die Band ein Live-Comeback verkündete. Nach einer erfolgreichen Festival-Tour kommt nun eine Abschiedstour durch Europa mit Stopps in Paris, London, Barcelona, München und zum Glück der heutigen Anwesenden der Live Music Hall auch nach Köln.

Als Opener spielen Terrible Feelings, die auch aus dem schönen Norden Schwedens wie Refused stammen. Musikalisch bieten die drei Herren und die singende Dame feinen Pop-Punk mit düsteren Texten. Front-Dame Manuela klingt sehr ruhig und relaxed, als wäre es die perfekte Hintergrundmusik zum Entspannen in einer Kneipe, vielleicht deshalb die etwas gespaltene Wahrnehmung des Publikums. Ein Teil der Zuhörer lauscht fasziniert den Klängen von Terrible Feelings während die andere Hälfte draußen gemütlich eine Zigarette raucht, um die Wartezeit zu überbrücken.

Der Soundcheck von Refused geht nach einiger Zeit vorbei und wenige Minuten später wird die Live Music Hall plötzlich ganz still, als sich ein Banner mit dicken Buchstaben Refused vor den Leuten aufbaut, der die komplette Bühne verschwinden lässt. Nach einem Snare-Knall und dem Fallenlassen der Leinwand rocken fünf Männer „The Shape of Punk to Come“ mit voller Seele für das Kölner Publikum, das genauso ausflippt wie die Herren selbst. Sänger Dennis Lyxzén legt wirklich eine beeindruckende Tanzeinlage während der Songs hin, aber auch der Rest der Band bewegt sich mit Elan und Enthusiastik zur Musik. Bei dieser Live-Performance sind Song wie „The Refused Party Program” wörtlich zu nehmen. Jedoch wirkt nicht nur die Band live sich ihrer Sache sicher. Die Ansagen, dass Musik die letze die Bastion der Menschen ist, um sich für ihre Freiheit zu äußern und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen wird klar erkennbar. Kein Wunder, dass auf der Bass Drum „FREE PUSSY ROIT“ zu lesen ist und ein Recht auf Freiheit für die Damen ausgerufen wird. „Refused are fucking dead“ singen die Kölner nach solchen Aussagen mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn diese Tour soll wirklich die letzte sein. Also wird unter jazzigen oder lauten Rockparts von allen Beteiligten das Beste gegeben. Leidenschaft ist auf beiden Seiten mit Dankbarkeit und Freude zu erkennen. Nach guten durchgetanzten 90 Minuten wird das Set mit Hammer-Hits namens „New Noise“ und „Tannhäuser/Derivè“ beendet.

Nach der Show wird einem bewusst: Refused sind nicht tot, nicht, solange es Musik mit Aussagekraft gibt, die nicht nur auf Merch und Kohle aus ist. Ein Blick zurück sagt manchmal genauso viel wie ein Blick nach vorne.
Danke Refused.

Hier die Setlist:

  • The Shape of Punk to Come
  • The Refused Party Program
  • Liberation Frequency
  • Rather Be Dead
  •  Coup d’état
  • Summerholidays vs. Punkroutine
  • The Deadly Rhythm
  • Hook, Line and Sinker
  • Refused Are Fucking Dead
  • Worms of the Senses / Faculties of the Skull
  • ————-
  •  New Noise
  • Tannhäuser / Derivè

Geniale Bilder unseres Fotografen Rainer Keuenhof findet ihr hier