Rich Robinson Solotour 2012 – Support: Dave O’Grady, Luxor in Köln

Rich Robinson Solotour 2012 - Support: Dave O'Grady, Luxor in Köln
DATUM» 29.01.2012
ARTIST» ,
VENUE»

Mitte der 80er Jahre gründete Rich Robinson gemeinsam mit seinem Bruder Chris die Black Crowes. Ihr Debütalbum „Shake Your Moneymaker“ wurde aus dem Stand ein Volltreffer und ihre Mischung aus Blues, Rock und Soul ließ sie schnell zu einer der angesagtesten Bands jener Zeit aufsteigen. Als die Krähen 2001 dann eine vier Jahre dauernde Pause einlegten, nutzte Rich Robinson die Gelegenheit, um seiner Liebe zur Musik solo nachzugehen. 2004 erschien sein erstes Album „Paper“, dem im vergangenen Oktober „Through A Crooked Sun“ folgte. Mit diesem im Gepäck ist der Black Crowes-Gitarrist aktuell auf Deutschlandtour, unterstützt von einer dreiköpfigen Begleitband aus Bass, Schlagzeug und Orgel.

Köln ist die zweite Station seiner Reise und das Luxor überraschenderweise nur spärlich gefüllt. Das könnte am leicht übertriebenen Ticketpreis von 28 Euro liegen, vielleicht aber auch nur am Wetter. Leichter Schneefall überzuckert die Domstadt und so manch einer mag der klirrenden Kälte das heimische Sofa vorgezogen haben. Trotzdem bleibt der Zuspruch enttäuschend. Ich habe fast ein schlechtes Gewissen, dass ich auf der Gästeliste stehe.

Pünktlich um 20 Uhr eröffnet ein junger Mann alleine mit seiner Akustikgitarre den Abend. Sein (mir bis dato gänzlich unbekannter) Name: Dave O’Grady. Ein cooler und stimmungsvoller Auftakt, auch wenn er gesanglich doch sehr stark an John Fogerty erinnert. O’Grady präsentiert den Kölnern Stücke aus seiner Debüt-EP „Dirty Little Secret“ und streut mit dem Bob Seger-Song „Turn The Page“ sowie einer verrockten Version von Michael Jackson’s „Billie Jean“ zusätzlich ein paar gelungene Cover ein. Nach einer halben Stunde wird er mit viel Applaus verabschiedet und mit nicht weniger kurze Zeit später Rich Robinson begrüsst.

Er und seine Mitstreiter legen gleich ohne viel Firlefanz los. Im Verlaufe der nun folgenden knapp 120 Minuten wird deutlich, dass Rich Robinson auch solo seine Wurzeln nicht verleugnen kann. Da hört man von den Allman Brothers über die Doors bis hin zu George Harrison so einiges heraus. Natürlich auch den Blues und Southern Rock der Black Crowes. Handwerklich sind er und seine drei Begleiter über jeden Zweifel erhaben und nutzen die Songs zu zahlreichen beeindruckenden Jams und Improvisationen. Rich Robinson scheint dabei quasi in der Musik zu versinken und dementsprechend gibt es außer einiger gelegentlicher „Thank you“ so gut wie keine Kommunikation mit dem Publikum. Auch das Lachen scheint der 42-Jährige nicht gerade erfunden zu haben. So bleibt sein Auftritt trotz aller musikalischen Höhepunkte seltsam unnahbar. Schade angesichts der vergleichsweise intimen Atmosphäre des Luxor. Auch das Equipment ist anscheinend für grössere Bühnen ausgelegt und viel zu laut abgemischt. Dadurch geht Rich Robinson’s Gesang leider ebenfalls etwas im allgemeinen Soundbrei unter.

Nach seinem insgesamt 15 Songs langen Set wird er trotzdem gefeiert. Immerhin sieht man jemanden seiner Klasse nicht allzu oft in solch einem kleinen Rahmen. Trotzdem hätte ein bißchen mehr Interaktion mit den Fans und vor allem eine etwas ausgewogenere Arbeit hinter dem Mischpult nicht geschadet. So überwiegt zumindest bei mir am Ende dann doch das etwas zwiespältige Gefühl, dass diejenigen, die den Abend lieber im warmen Zuhause verbracht haben, nicht ganz Unrecht hatten.