Sabaton in der Köpi Arena, 07.01.2017 Oberhausen

Ein Schlachtenepos in 90 Minuten!

Photo credit: Marc Brüser
DATUM» 07.01.2017
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„Noch ein Bier! Noch ein Bier!“ Es mag wohl der bis dato süffigste Moment auf der diesjährigen Deutschlandtour von Sabaton sein. Sänger Joakim Brodén und Gitarrist Tommy Johansson heben jeweils einen Humpen mit kühlem Blonden gefüllt in die Höhe und kippen sich den halben Liter Gerstensaft in einem Rekordtempo die Kehle herunter. „Ex! Ex! Ex!“ Das Publikum ist begeistert, die Musiker leicht beschwipst. „Ihr seid der Grund, warum ich nach der Tour wie eine schwangere Frau im 9. Monat aussehe.“, beschwert sich Brodén und schlägt sich, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, auf seine Plauze.

Man mag über den Schlachtensoundtrack von Sabaton denken, was man will, doch auch als Nicht-Historiker lässt man sich gerne von den sechs Musikern mit ihrer Hingabe von geschichtlichen Ereignissen, ob fiktiv oder der Wahrheit entsprechend, unterhalten. Als das Licht in der König Pilsener Arena erlischt und zwei Minensucher zum Intro von In the Army Now vor die gut 7.000 Anhänger treten, herrscht für die nächsten anderthalb Stunden Krieg auf der Bühne. Ein Panzer, der als Podesterie für das Schlagzeug dient sowie eine nicht enden wollende Salve von Pyrotechnik lassen einen die kumpelhafte Pott-Atmosphäre völlig vergessen. Helden aus Sparta werden genau so in den Himmel gehoben wie die Rebellen der schottischen Revolution in Blood of Banockburn. Das Publikum, dauerhaft die Faust in die Höhe gestreckt, zollt seinen Tribut an die Band und an die Gefallenen nach jedem Song.

Gefährlich kuschelig wird es bei der Akustikversion von The Final Solution als die Bühne von einem Feuerkreis umringt und der Opfer in Auschwitz gedacht wird. Für viele sind gerade solche Songs ein Dorn im Auge, da man der Band häufiger eine Glorifizierung der Ereignisse vorwirft. Diese Atmosphäre kommt jedoch zu keinem Zeitpunkt hier in Oberhausen auf. Das bereits angesprochene „Noch ein Bier“ (im Original: Gott mit uns) erschallt im Feedback von der Hallendecke zurück auf die Massen wie eine Salve von Pfeilen während irgendeiner Mittelalterschlacht. Sänger Joakim tropft der Schweiß von der Kinnlade und mehrmals muss der 36-jährige hinter die Bühne um eine kurze Verschnaufspause einzulegen. Die Zugabe beginnt mit dem großartigen Primo Victoria und mündet in To Hell and Back sowie einem Beifallssturm, den man in den letzten Monaten selten erlebt hat.

Nach diesem Konzert steht fest, dass durch Sabaton historische Schlachten salonfähig gemacht wurden. Die Schweden verdienen es vor solche großen Mengen zu spielen und haben auch geschichtlich resistente Reporter gut unterhalten.

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Letzte Aktualisierung am 21.08.2017 um 08:12 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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