Saunaschlacht in Kreuzberg! Rise Against im SO36, Berlin

Photo credit: Travis Shinn
DATUM» 29.05.2017
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Mit ihrem achten Album „Wolves“ stehen Rise Against  nach drei Jahren wieder in den Startlöchern, erneut die Hallen Deutschlands zu bereisen. Vorher lassen sie es sich aber nicht nehmen für zwei Promo-Konzerte nach Europa zu kommen. Das SO36, eine Institution der deutschen und internationalen Punkrockszene, ist die heutige Location für das Konzert der Band aus Chicago. Und eine bessere Auswähl hätte man nicht treffen können: Bereits während der Vorband The Prosecution gleicht der Innenraum einer Sardinenbüchse. Schweißperlen tropfen vom Kopf auf die Schulter des Nachbarn,  Bier wird plattgedrückt am Rücken des Vordermanns und Ellenbogen erreichen beim Pogen gerade einmal die Schritthöhe. Kurz und knapp: Authentischer wird es nicht mehr.

Das Licht geht aus und Rise Against legen direkt mit Give It All los: Die Stimme von Tim McIllrath ertrinkt im Refrain der 600 Kehlen, die ihn wütend mit der Faust nach oben gestreckt anbrüllen. Mit Black Masks and Gasoline wird die nächste Rarität ausgepackt, ehe es mit Satellite in die neuere Bandgeschichte weitergeht. Vom ersten Moment ist zu spüren, dass hier nicht Wochenendfans am Start sind. Allein die wüste Mischung von Dialekten, die sich beklagen, dass es so unendlich stickig ist, zeigt, dass Fans aus jeder Ecke des Landes heute vertreten sind. Der Stimmung macht das nichts aus. Das Gitarrenzimmer von Re-Education schlägt genau so ein, wie House On Fire, ein Vorbote des kommenden Albums. Der Schweiß läuft der Band in Sturzbächen vom Gesicht und immer wieder müssen kleine Pausen gemacht werden, die McIllrath nutzt sich bei den Fans zu bedanken, sowohl in Ansagen als auch musikalisch. Denn wer hätte gedacht, dass man jemals Everchanging, vom ersten Album „The Unvraveling“ noch einmal live erleben würde?

Mit Prayer of the Refugee beenden Rise Against nach gut einer Stunde ihr Set. McIllrath kehrt nach einer kurzen Verschnaufspause mit einer Westerngitarre zurück, um dem Publikum drei Akustiksongs zu spielen. Die Atempause tut gut, die Stimme wird jedoch nicht geschont. Aufgrund des aktuellen Bombenanschlags bei einem Konzert in Manchester mit 23 Todesopfern, gehen die ersten Zeilen von People Live Here besonders unter die Haut. Lautstark wird der Song der 600 Anhänger mitgesungen. Der Gänsehaut-Moment des Abends. Die restlichen Bandmitglieder kehren zurück auf die Bühne und eröffnen mit Blood Red, White & Blue den letzten Circle Pit des Konzerts. Der obligatorische Abschluss mit Savior rundet die Setlist vollends ab und Rise Against verabschieden ihre Fans nach 18 Songs und anderthalb Stunden Spielzeit in die Berliner Nacht.

Dieser Abend hatte alles, was ein besonderes Konzert ausmacht: Abgesehen von einer ausbalancierten Setlist, hat die Band aus Chicago nichts an ihrer Intensität im Laufe von 18 Jahren Bandgeschichte verloren. Wer Rise Against an diesem Abend nicht gesehen hat, sollte dies spätestens auf den anstehenden Festivals wie dem Rocco del Schlacko oder Open Flair schleunigst nachholen. Dann allerdings in einem größeren Rahmen.

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Letzte Aktualisierung am 18.08.2017 um 04:11 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API