Spieltechnische Raffinesse: Born Of Osiris, After The Burial, Monuments und The HAARP Machine im Underground am 22.02.2013

Dear Ladies and Djentlemans, treten Sie ein! Kommen und staunen Sie! Das heutige Menü wird Ihren Gaumen und selbstverständlich auch Sie selbst zum Wackeln bringen. Ihre Sinne werden durch Acht-Saiter Gitarren, vertrackter Rhythmik, brutalen Breakdowns, progressiven Melodien und himmlischem Gesang in eine Berauschtheit verfallen, die Sie den Künstlern Born Of Osiris, After The Burial, Monuments und The Haarp Machine verdanken werden. Lehnen Sie sich zurück und genießen Sie die Show.

Das Kölner Underground scheint am heutigen Wochenende seine Fete schon etwas früher zu beginnen, denn The Haarp Machine starten pünktlich um 19.30 Uhr ihre Show. Keine Prog-Metalcore Band war in den letzten beiden Wochen so ein Gesprächsthema wie diese Jungs. Bis auf Gitarrist Al Mu’min haben alle anderen Mitglieder Mitte Januar The Haarp Machine verlassen. Keiner wusste, ob diese kommende Europa-Tour überhaupt möglich wäre. Aber Al Mu’min schaffte es, sich in kurzer Zeit neue Mitstreiter zu suchen und diese Tour anzutreten. Ihr neuer Sänger schlägt sich gut und gibt sich live sehr sympathisch. Vielleicht macht diese Maschine im Besetzungsraster mal eine kleine Pause, damit das Projekt weiter reifen kann. Respekt für das schnelle Zusammenstellen der Besetzung, für drei Wochen eine echte Meisterleistung!

Mit Monuments kennen sich die Kölner aus. Diese Jungs haben schon mehrfach das Underground in eine Dancehall verwandelt. Die Engländer gehören zu den erfolgreichsten Djent-Künstlern. Der Ex-Fellsilent Gitarrist John Browne hat mit seiner Idee, progressiven Groove-Metal mit leichten Hip Hop-Elementen zu versetzen, genau den Nerv vieler Musikaufgeschlossener getroffen. Ihr Album „Gnosis“ hat unter diesem Aspekt viel Lob bekommen. Auch auf dieser Show ist alles wie erwartet. Das Publikum singt und hüpft, während Monuments den Takt vorgeben. Am Setende gibt es noch „Admit Defeat“.

2AFTERTHEBURIAL_3Gegenwärtig warten alle gespannt auf After The Burial. Laute, schwere Acht-Saiter Gitarren beginnen im Dampfwalzenformat zu arbeiten. Diese Breakdowns stampfen wie Elefanten auf die Besucher ein. Wer letztes Jahr als verdienter Headliner auf dem Euroblast war, kann nur im Underground eine Spitzenshow abliefern. Der Sound ist klar und für den basslastigen Soundfan ein absoluter Genuss. Die dunkle Gitarren-Rhythmik wird durch viele schnelle Melodieläufe wieder aufgehellt. Sänger Anthony Notarmaso gibt keine Clean-Vocals von sich und wirkt dem bisherigen Verlauf des Abends entgegen. Live geben After The Burial Songs aus ihren drei Alben, sodass von Technical-Death bis Djent alles im Set vertreten ist. Nicht nur mir setzt diese Band ein breites Grinsen ins Gesicht. Mit einem Song vom kommenden Album wird hier der Mund am Ende des Sets noch wässrig gemacht. Bester Metalcore-Live-Act unserer Zeit!

1BORNOFOSIRISIn der Umbaupause gibt es einen kurzen Bannerwechsel und das Cover der neuesten Born Of Osiris Albums „The Discovery“ strahlt in seinen bunten Farben hervor, eines der besten Artworks von Cameron Gray. Dann kommt die Band unter einem elektronischen Intro auf die Bühne. Unterdessen ist das Underground gefüllt bis auf den letzten Platz. Mit einem Deathcore-Beatdown und Keyboards wird hier ein Sturm losgelassen, der durch den ganzen Club fegt. Diese Burschen sind jung und talentiert, und haben mit Schlagzeuger Cameron Losch ein wirkliches Monster an der Hand, das an der Bassdrum ein diffiziles Können beweist, wenn es um vertrackte Takte geht. Nicht nur die Fans erfreuen sich an dieser sehr belebten Show, sondern auch die Band bedankt sich für die rege Anteilname des Publikums. Besonderes Merkmal ist die Ballade „A Solution“, in der Sänger Canizaro und Keyboarder Buras etwas ruhiger werden und auf Emotionen setzen. Was leider etwas ägerlich ist, ist, dass die Spielzeit für einen Headliner auf 30 Minuten etwas kurz aus fällt. Ansonsten bieten Born Of Osiris eine wirkliche originelle Show!

Der Abend war für alle Beteiligten ein Erfolg. Alle Metalcore und Djent-Fans sollten diese Tour besuchen!