Trivium Tour, Support: Caliban, As I Lay Dying, Up On A Burning Body – 28.10.2012

Trivium

Nachdem eine Woche voller Metalcore Konzerte in Köln auch mal zu Ende gehen muss, findet an diesem Sonntag das Spitzentreffen der Szene statt. Nicht weniger als Caliban, As I Lay Dying und Trivium geben sich die Ehre, in der Live-Music Hall zu spielen. Alle diese Bands haben meine Jugend mitbestimmt und geprägt, deshalb freue ich umso mehr, zu sehen, wie sich die einzelnen Bands entwickelt haben. Unterstützt werden diese Könige von den Texanern Up On A Burning Budy.

Die in den Staaten schon lange nicht mehr als Geheimtipp geltende Band Up On A Burning Budy, ist heute Teil dieser Tour. Verkleidet als Mafiamitglieder in ‚feinen‘ Anzüge wird hier Musik ganz im Stile ihrer Labelkollegen As Blood Runs Black gespielt. Es gibt schnelle Breakdowns, kleine Harmonieläufe und viel Geschrei. Durch wiederholte Aufforderungen an das Publikum gibt es auch endlich den passenden Circle Pit zur passenden Musik. Ihr Album „Red. White. Green“ wird fast zur Hälfte gespielt und heizt die Leute schon für die kommenden Bands an. Diese Band ist eine echte „Moshmaschine“.

Caliban gelten neben Heaven Shall Burn als erfolgreichste deutsche Metalcore-Band. Die im naheliegenden Essen Beheimateten feiern hier ein kleines Heimspiel. Ich habe diese Band zum ersten Mal 2005 gesehen und seit dieser Zeit hat sich ihre Fanbase quasi verdreifacht. Hier werden alle Songs, sogar teilweise die Melodien der Riffs, mitgesungen. Erstaunlich, wie weit es diese Band geschafft hat. Ein besonderes Highlight ist das Rammstein-Cover des Songs „Sonne“. Schade finde ich, dass es keine Songs ihrer früheren Alben „Shadows Hearts“ und „The Opposite From Within“ zu hören gibt. Die Schwerpunkte sind hier aus ihrer diesjährigen CD „I Am Nemesis“. Beide Seiten, Band und Besucher, bedanken sich gegenseitig mit Applaus und vielem Dank.

Auch As I Lay Dying haben dieses Jahr vor wenigen Tagen ein neues Album auf den Markt geworfen. Die eher an die alten Tage der Band orientierte Platte namens „Awakened“ wird hier genauso stark musikalisch vertreten sein, wie alle Veröffentlichungen der Band. Damit kann die Band immer die Stärken jeder Schaffungsphase zeigen. As I Lay Dying zeigen heute auch wieder, warum sie eine der besten Live-Bands dieser Szene sind. Jordan Mancino knallt fast übermenschlich schnell die Drums, Nick Hipa spielt mit viel Feingefühl seine Gitarre, Bassist Josh Gilbert singt und schreddert einfach vorbildlich und Sänger Tim Lambesis schreit unter allen diesen Tätigkeiten wie ein Löwe. Die Lieblingsband meiner Oberstufenzeit hat an ihrem Potential und Geist nicht nachgelassen. Zum Glück werden hier noch Songs der Anfangstage gespielt, um die treue, anwesende Fangemeinschaft aller Altersstufen glücklich zu sehen. Niemand kann sich über dieses Set beschweren. Einfach Klasse!

Die letzte Band des Abends heißt Trivium. Von Metallica als das „nächste große Ding“ angekündigt, hat auf ihre Alben verschiedene Epochen mit mehr oder weniger Trash-Metall Einfluss. Ihr letztes Album „In Waves“ orientierte sich mehr an ihre Anfangstage und groovt nur so vor sich hin. Ich hätte diese Band im letzten Jahr mit diesem Album wieder für mich entdeckt. Auch live hat diese Band Einiges zu bieten. Sänger Matthew Heafy weiß mit dem Publikum umzugehen. Durch Ansage und Charme werden die Besucher regelmäßig wieder daran erinnert, sich zu bewegen und das fast ähnliche Mahnen geht auf: Die Kölner tanzen sich die Füße wund im Pit. Besonders gefallen mir die Songs ihrer Platte „Ascendancy“ heute Abend. Sie haben viele melodische und raue Parts, die sich immer harmonisch ins Ohr finden. Die Band wird zu Recht gefeiert und hat auch selbst viel Spaß. Nach einer guten Stunde verlassen Trivium die Bühne.

Das gegenwärtige Tagesende lässt mich an meine metallischen Anfangstagezurückdenken. Trivium haben 2005 vor rund 100 Leuten gespielt und jetzt in der ausverkaufen Live-Music Hall. Damals hätte sicher keiner gedacht, dass sich diese Musik jemals so hätte etablieren können. Und dieses Wissen haben auch die Bands, die sich mit ihrer Lage glücklich schätzen können. Und ich freue mich für sie mit.