Verrückt, Verrückter, Devin Townsend am 06.08.2014 im Kölner Luxor

DATUM» 06.08.2014
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Kanadas unterhaltsamer Gitarrenvirtuose Devin Townsend hat sich viele Male die Ehre gegeben, in der Hauptstadt am Rhein die Amps zum Brennen zu bringen, aber dies tut er nun zum ersten Mal im Luxor. Der familiäre Club reizt Fans natürlich ganz besonders und schon bei der Vorband Shining ist nur noch am Eingang ein Stehplatz zu erhaschen. Mit Shining ist nicht die schwedische Black Metal Band gemeint, sondern die aus Norwegen stammende experimentelle Rock-Band gemeint. Beim Suchen im Netz gab es leider zu viele Gruppen mit diesem Namen. In Sachen Bandnamen müssen Metal-Heads wirklich kreativer werden!!!

Zum Glück ist die Musik nicht so austauschbar. Die Norweger lieben Jazz mit vielen Taktwechseln. Die lustige Bühnenverkleidung macht die Show noch interessanter. Mich erinnert Shining an unsere deutsche Panzerballett Gruppe. Zwar sind die Bayern, was Stil-Vermischung angeht, noch verrückter, aber hier gibt es mehr Prog-Rock mit Jazz. Besonders gut kommen die Kombination von klassischer Musik mit extremen Metal an. Da kommt Vorfreude für den Headliner des Abends auf. Wer auf tontechnische Achterbahnen steht, sollte sich Shinings neues Album „One One One“ besorgen. Die Devin Townsend-Fans sind sehr angetan von den Herren.

Um 21 Uhr kommt der Meister der Ausgefallenheit endlich auf die Bühne. Mit „War“ von seinem Album „Infinity“ beginnt die Reise. Knackige Riffs treffen auf poppige Refrains und hellen Gesang. Viel Raffinesse in Sachen Witz, besonders in der Lyrik, und abnorme Ideen in Sachen Songwriting machen Townsend zu etwas Einzigartigem in der Musikwelt. So sympathisch und zerstreut seine Kompositionen sind, so ist er auch auf der Bühne. Seine Scherze, sein Charme und geistreiche Aussagen über deutsche Autobahnen bringen die Leute fast zum Weinen vor Lachen. Als wäre das Konzert reine Nebensache! Auf einen Song freuen sich alle ganz besonders: „Juular“. Die obskure Metal-Ballade frisst sich live wie auf der Platte als Ohrwurm in dein Gehirn. Vom Lachanfall zur Gänsehaut in nur wenigen Minuten! Als achten und letzten Song gibt es „Bad Devil“, ein weitere Pop-Metal-Hymne, die zum Tanzen animiert. Devin und seine Band haben wieder bewiesen, wie genial Metal ist!