Völkerball, A Tribute To Rammstein Tour 2012 – Stadthalle in Lebach

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DATUM» 07.01.2012
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Shiva Music aus Lebach haben sich mit ihrer Reihe „Legends Of Rock“ darauf spezialisiert, hochkarätige Tribute-Bands nach Lebach in die Stadthalle zu holen. So fanden sich schon Metakilla (Metallica), Barock (AC/DC), The Queen Revival Band, Brothers In Arms (Dire Straits) und Sissis Top (ZZ Top) in der Stadthalle Lebach ein. Diesmal sollte es aber besonders laut und feurig werden: Völkerball waren am Start – A tribute to Rammstein.

Was gehört dazu, wenn man die Musik von Rammstein artgerecht auf die Bühne bringen will? Ein gigantisches Bühnenbild, ein martialisches Auftreten mit hammerharten Kostümen, eine heiße Pyroshow und allerlei Gimmicks, die auch Rammstein zu bieten haben. Mit all dem kann die Coverband Völkerball seit mehreren Jahren dienen. Es ist schon fantastisch, was hier aufgeboten wird. Der Schlagzeuger sitzt erhöht auf einer Art gigantischem Maschinenpark aus Turbinen, LED-Leuchten und Stahlgerüsten hinter einer Hebebühne, die bei manchen Songs zum Einsatz kommt.

Wichtig sind aber vor allem der Sänger und die Instrumentalisten. Gewandet in Maschinisten-Anzüge und mit ölverschmierten Körpern bringen sie den Sound des großen Vorbilds perfekt auf die Bühne. René Anlauff ist Till Lindemann sehr ähnlich – sowohl was Stimme als auch Gestik und Mimik angeht. Wenn er den Mund weit aufreißt und sekundenlang in die Menge stiert, kreiert er denselben gestörten Ausdruck, der für Lindemann zum Markenzeichen geworden ist. Dazu kommt der brachiale, teutonenhafte Gesangsstil.

Musikalisch wird es sehr laut. So laut, dass ich nach langer Zeit mal wieder die immer griffbereiten Ohrstöpsel auspacken musste. Ein glasklarer Sound mit wummernden Bässen, knallharten Gitarrenriffs und perfekten Elektronik-Parts nahm die Stadthalle ein und ließ die Organe der Anwesenden bis in die letzte Reihe vibrieren. Das Konzert war ausverkauft und die Stimmung kochte vom ersten Song an über. „Reise, Reise“ war der Einstieg und dazu malträtierte Keyboarder Andreas Schanowski noch ein überdimensionales Akkordeon.

Die Auswahl der Songs orientierte sich an den großen Hits der Band. Es gab Klassiker wie „Links 2,3,4“, „Keine Lust“, „Sehnsucht“, „Mutter“, „Du hast“, „Mein Teil“, „Amerika“ – mancher Zuschauer wird sich gewundert haben, wie viele Songs er aus dem Effeff mitsingen kann. Die leiseren Stücke blieben in der Unterzahl – da haben Völkerball dem Vorbild sogar etwas voraus. Sie müssen keine Imagepflege betreiben und ruhige, nachdenkliche Parts in den Set einbauen. Bei ihnen kann ein Knaller auf den anderen folgen. Fast drei Stunden dauerte das musikalische Gemetzel – exklusive einer halbstündigen Pause nach den ersten 60 Minuten.

Die Gesichter der Zuschauer waren von Staunen und Hochachtung gezeichnet, besonders wenn die ausgefeilte Pyroshow zum Einsatz kam, mit Flammen aus Gaslampen, funkensprühenden Instrumenten, brennenden Mikrofonen und allerlei brillanten Effekten. Schauspielerisch trat Anlauff als Metzger auf, um den Keyboarder zu verspeisen. An anderer Stelle paddelte dieser mit einem großen Boot über die Zuschauermenge. Alles war ganz den bekannten Rammstein-Shows nachempfunden.

Im Zugabenblock gab es „Pussy“ im englischsprachigen Dialog mit dem Publikum und schließlich die Klänge von „Engel“ – dem immer noch größten Mainstream-Hit der Band. Leider erklang die engelhafte Begleitstimme von Meike Anlauff, der Ehefrau des Sängers, diesmal nur vom Band. Bei manchen Auftritten steht sie mit auf der Bühne. Als Ersatz gab es – als viele Zuhörer schon auf dem Weg nach draußen waren – einen anderen Gaststar: Völkerball holten sich einen enthusiastischen Fan aus der ersten Reihe auf die Bühne, legten ihn an eine Kette und zelebrierten die ganz und gar nicht jugendfreie Show zum letzten Song „Bück dich“. Erneute Jubelstürme waren der Lohn.

Übrigens haben Völkerball nicht nur Rammstein-Songs gespielt. Mit „Radio-aktiv“ haben sie ein eigenes Werk im Set versteckt, was vielen gar nicht aufgefallen sein dürfte. Geplant ist, im Laufe des Jahres eine komplette CD mit selbst geschriebenen Stücken heraus zu bringen. Diese werden natürlich weitestgehend im Rammstein-Stil gehalten sein. „Radio-aktiv“ und „Gammelfleisch“, die man bei den bekannten Händlern schon downloaden kann, ließen mich definitiv neugierig werden.

Die nächsten Konzerte von Shiva Music sind bereits in der Mache: Am 31. März wird wieder die Queen Revival Band mit einer „Freddie Mercury Memorial Show“ zu Gast sein, und am 5. Mai gibt sich Randy Hansen die Ehre und lässt die Musik von Jimi Hendrix hoch leben. Der nächste regionale Termin von Völkerball steht auch schon fest: Am 27. Oktober 2012 soll das Sextett die Illipse in Illingen unsicher machen. Nix wie hin!