War from a Harlots Mouth “The great Days of Wrath”-Tour 2012- War from a Harloths Mouth, As Blood runs Black, Bermuda, Thy art is Murder, For all this Bloodshed, Die Werkstatt in Köln

Nicht ohne Grund wurde dieses Line-Up in sämtlichen Sozialen Netzwerken gefeiert!

Die Menge vor dem Kölner Club „Die Werkstatt“ könnte für ein Deathcore Konzert nicht passender sein. Man sieht die Sleeves, die Tunnel und alles was dazu gehört. Bei dem Auftakt  der „The Great Days Of Wrath Tour 2012″ geben sich gleich vier offizielle Vorbands und eine heimische Vorband die Klinke in die Hand und sorgen für einen guten Tour-Auftakt. Kaum ist der Hauptact des Abends „War From A Harlots Mouth“ wieder von seiner Australien-Tour zurück, geht es in Deutschland weiter.

Eröffnet wird die Show von der Kölner Band „For All This Bloodshed“. Der Auftritt dient den sechs Musikern als Record Release Show zu ihrer neuen Platte „Black River City“, die im April erscheinen wird. Während sich der Raum langsam zu füllen beginnt, überzeugt Sängerin Rage mit erstaunlich tiefen Shouts. Die Band die es seit 2009 gibt wurde dieses Jahr von „Noizgate Records“  unter Vertrag genommen.

Mit der Startnummer zwei des Abends kommen die Jungs von „Bermuda“ an die Reihe. Nachdem „I the Breather“ die komplette Tour absagen mussten, hat man mit „Bermuda“ einen würdigen Ersatz gefunden. Nach einem Intro vom Band starten die Amerikaner voll durch. Mit ihrem langsamen Deathcore erinnern sie an Bands wie „Meshuggah“, „Emmure“ und „Suicide Silence“. Dem Kölner Publikum wird als zweiten Song „Parasitic“ geliefert, ein Song, der auch auf der 2011 erschienenen EP zu hören ist. Dass sich die Jungs freuen mit auf der Tour zu sein, merkt man spätestens vor dem Song „Isolationist“, bei dem sie den anderen Bands und dem Publikum danken. Als letztes Lied und als kleines Highlight bekommen die Fans einen neuen Song zu hören. Der Titelsong zum im Mai erscheinenden Album heißt „The Wandering“ und wird das erste Album der US-Amerikaner. Nach sechs Liedern und einem ordentlichen Applaus verabschieden sich die Jungs und geben die Bühne frei für Band drei des Abends.

Die fünf Australier von „Thy Art Is Murder“ sind seit 2005 zusammen unterwegs und haben nach zwei EPs, 2010 ihr erstes Album „The Adversary“ veröffentlicht. Mit der Platte haben sie bewiesen, dass sie nicht nur in ihrer Heimat Sydney ankommen sondern auch im schönen Köln eine Fan Gemeinde haben. Wenn dem Publikum bis jetzt nicht warm wurde, ist jetzt die Zeit den Pullover aus zu ziehen. Mit ihrem Deathcore a la „Suicide Silence“ bringen sie die ersten Circle Pits zu Stande und fordern das Publikum gleich mit ihrem zweiten Song „Laceration Penetration“ richtig heraus. Mit dem sechsten Song des Abends verabschieden sich dann auch „Thy Art Is Murder“ von der Bühne und das nicht ohne sich bei den anderen Bands zu bedanken und mit einem letzten Song noch einmal die Menge ins Schwitzen zu bringen. Spätestens nach dieser Band geht ein Großteil der Menge zum Frische-Luft-Schnappen und Abkühlen vor die Tür.

Trotz stickiger Luft kommen alle pünktlich zum Anfang von „As Blood Runs Black“ wieder in „Die Werkstatt“ zurück. Der Band aus Kalifornien ist ihre Live Erfahrung sofort anzusehen. Sobald die fünf auf der Bühne stehen, herrscht eine andere Stimmung. Die Band, die seit 2004 zusammen spielt, hat mit ihren beiden Alben „Allegiance“  und „Instict“ mehr als bewiesen, dass sie zu den etabliertesten Deathcore Bands gehöret. Ihre Show eröffnen Sie mit „In Dying Days“ aus ihrem ersten Album „Allegiance“. Mit dem dritten Lied „Instict“ aus dem gleichnamigen Album  entsteht der nächste große Circle-Pit in der dafür nun viel zu kleinen Halle. Die Band lässt ihrem Publikum nur kurze Verschnaufpausen, um direkt weiterzuspielen und ihnen Lieder wie „Beneath The Surface“ oder „Angel City Gamble“ zum Besten zu geben. Viel zu früh, nach sieben Liedern kommen „As Blood Runs Black“ mit „Resist“ zum Ende. Bei dem Applaus für die Band könnte man meinen das Konzert wäre jetzt schon vorbei und es würde keine fünfte Band mehr auf der Bühne stehen.

Und dann endlich der Headliner des Abends „War From A Harlots Mouth“. Ihre Musik ist das geordnete Chaos und verbindet Death- und Mathcore mit Jazz. Was als Spaß-Projekt begonnen hat, ist mittlerweile sogar schon durch mehrere Kontinente getourt und mehr als ein kleiner Name im Musikbusiness. 2005 gegründet haben sie mittlerweile fünf EPs und drei Studio Alben produziert. Die Berliner sind dafür bekannt, keinen Unterschied bei der Menge der Konzertbesucher zu machen. Und so macht es ihnen auch nichts aus das bereits nach „As Blood runs Black“ ein Teil des Publikums geht. Die fünf  ziehen ihre Show genauso durch als wäre niemand gegangen. Nach einem beeindruckenden Intro kommen Sie zu „To Age And Obsolete“, einem Stück vom neuen „MMX“ Album. Nur um danach einen weiteren Song von der Platte zu spielen, „Uptown Girl“ das für „MMX“ extra remastered wurde. Die Band gibt durchgehend alles, nur bei den Fans scheint es nicht ganz angekommen zu sein. Und damit kommt sie auch schon zu ihrem vorerst letzten Song des Abends. Mit „If You Want To Blame Us For Something Wrong, Please Abuse This Song!“ und seinem epischen Maschinengewehr-Schlagzeug am Ende beenden Sie ihre Show. Natürlich hat eine Band im Kaliber von „War From A Harlots Mouth“ noch eine Zugabe für ihr Publikum bereit. Aber dass die Menge so wenig danach verlangen würde, hätten selbst die Fans nicht gedacht. Dass die Band dann trotzdem, auf die bitten der wenigen standhaften Fans gehört hat, ist nur ein weiterer Beweis dafür,wie unwichtig es der Band ist, vor wie viel Menschen sie spielen. Es geht hier nur um die Musik. Und das beweisen Sie uns mit einer letzten Zugabe nach der das Konzert dann schließlich vorbei ist und ein langer und musikalisch einwandfreier Abend geht zu Ende.