Aerosmith – Der ultimative Bildband über die Bad Boys aus Boston von Richard Bienstock

VERÖFFENTLICHUNG» 19.04.2012
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Aerosmith Der ultimative Bildband über die Bad Boys aus Boston bei Amazon bestellen

1969 fanden sich Steven Tyler (Gesang), Joe Perry (Gitarre) und Tom Hamilton (Bass) zusammen, ein Jahr später traten sie erstmals live unter dem Namen Aerosmith auf. Bis zum heutigen Tag spielen sie in dieser Besetzung, verstärkt von Gitarrist Brad Whitford sowie Joey Kramer am Schlagzeug. Seitdem hat das Quintett über 150 Millionen Tonträger verkauft und stand so manches Mal vor dem kollektiven Selbstmord. 2004 erschien mit „Honkin‘ On Bobo“ ihr bislang letztes Studioalbum, das jedoch bis auf einen neuen Titel lediglich Coverversionen bereits bekannter Songs enthielt. Immerhin kündigte Jack Douglas, langjähriger Produzent von Aerosmith, den Nachfolger kürzlich für Mitte diesen Jahres an. Und auch wenn sich an Aerosmith die Geister derart scheiden wie an kaum einer anderen Band, so ist ihr Einfluss auf solch unterschiedliche Genres wie den Hardrock der 70er, den Hair Metal oder Crossover der 80er und den Grunge der 90er wohl unbestritten.

Anlass genug für die erste umfassende Chronik über die „Bad Boys aus Boston“, die nun in gewohnt aufwändiger Gestaltung vom Hannibal Verlag veröffentlicht wird. Aufwändig heißt in diesem Fall: Großformatiges Hardcover (27,8 x 24,2 cm) mit schickem, transparentem Schutzumschlag, 224 Seiten, durchgehend mit fast 400 Fotos opulent illustriert. Der Autor ist niemand geringerer als Richard Bienstock, seines Zeichens Chefredakteur des „Guitar World“-Magazins und Herausgeber von „Guitar Aficionado“. Er begleitet Aerosmith seit Jahren und kennt das Leben und die Karriere der Musiker folglich wie kein Zweiter. Sein Bildband reicht von den Anfängen in Sunapee/New Hampshire bis hin zur Tournee durch die USA und Japan im Dezember 2011.

Nachdem alle Bandmitglieder in Kurzporträts vorgestellt sind, geht es los mit der Achterbahnfahrt in schwindelnde Höhen und bodenlose Tiefen, durch triumphale Konzerte, grossartige Alben, Drogenexzesse und interne Zerwürfnisse. Das Debütalbum „Aerosmith“ von 1973 kommt trotz der Hitsingle „Dream On“ nur schwer in Gang, die Band wird anfangs noch ständig mit den Rolling Stones verglichen, von Radio und Presse ansonsten aber weitestgehend ignoriert. Mit dem langsam wachsenden Erfolg steigt auch der Drogenkonsum. „Als das Geld floss“, erinnert sich Joey Kramer, „wurden Aerosmith zum größten Drogenabnehmer in New England“. Nach ihrem vierten Album „Rocks“ (1976) geht es endgültig bergab und es dauert geschlagene zehn Jahre bis sich Aerosmith mit der Run-DMC-Neuauflage von „Walk This Way“ zumindest kommerziell wieder fangen. Es folgt eine Art Wiedergeburt und zwischen 1987 und 1993 mit „Permanent Vacation“, „Pump“ und „Get A Grip“ ihre vielleicht stärkste Phase bisher. 2001 werden Aerosmith in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommen. Doch der Zwist der beiden „Toxic Twins“ Tyler und Perry schwelt nach wie vor. 2009 ist sogar von einem Ausstieg Steven Tylers die Rede. Aber es geht auch 2012 weiter – mit Steven Tyler, der dazu sagt: „Dieses verfluchte Ego-Ding, dieses Fuck You durchzieht die ganze Band, doch wir können es überdecken. Wir leben, um auf der Bühne zu stehen und zu spielen – um ehrlich zu sein, wüssten wir auch nicht, was wir sonst machen sollten“.

Neben der wechselvollen Bandgeschichte wird das Buch durch viele exklusive Fotos ergänzt, darunter seltene Fan-Reliquien wie Eintrittskarten, Backstagepässe, Tourplakate, der erste handgeschriebene Pressetext aus dem Jahr 1972, alle Plattencover oder die erste Demo-Single von Steven Tyler, die er 1966 aufnahm. Hinzu kommen ausführliche und natürlich überwiegend wohlwollende Album-Reviews diverser namhafter Musikjournalisten sowie ein umfangreicher Anhang mit Interviews, einer Übersicht über die von Joe Perry und Brad Whitford gespielten Gitarren und einer Diskografie.

Man merkt, dass Richard Bienstock für seinen Bildband sehr sorgfältig recherchiert hat. Ihm ist damit ein kleines Schmuckstück gelungen. Was Aerosmith selbst angeht, so haben es sich die fünf „Bad Boys“ gut vierzig Jahre nach ihrer Gründung offensichtlich als weise alte Männer des Rock gemütlich gemacht und bleiben doch so aufregend und explosiv wie eh und je. Man mag ihnen diese Explosivität für die Zukunft jedoch etwas mehr auf als abseits der Bühne wünschen. Let the music do the talking!

Unsere Aerosmith Empfehlung

Aerosmith: Der ultimative Bildband über die Bad Boys aus Boston
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Aerosmith: Der ultimative Bildband über die Bad Boys aus Boston
  • Richard Bienstock
  • Hannibal Verlag
  • Auflage Nr. 1 (19.04.2012)
  • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten

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