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Captain Tom Moore: „Morgen wird ein guter Tag“ – eine inspirierende Story

Tom Moore  -  Morgen wird ein guter Tag - Die Autobiografie  -  VÖ: 22.03.2021

Sir Thomas Moore, besser bekannt als Captain Tom Moore, erregte im Frühjahr 2020 Aufsehen mit seiner Spendenaktion für das britische Gesundheitssystem. Mit seinem Rollator wollte er bis zu seinem 100. Geburtstag im April ursprünglich 100 Runden in seinem Garten drehen, um 1000 britische Pfund zu sammeln – am Ende wurden es über 37 Millionen Pfund! Sein Engagement brachte ihm den Ritterschlag und einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde ein und inspirierte weltweit zu ähnlichen Aktionen. Im September 2020 veröffentlichte der rüstige Brite seine Autobiographie „Morgen wird ein guter Tag“, die nun auch in der deutschen Übersetzung erscheint. Leider starb Sir Thomas Moore im Februar 2021 an den Folgen einer Lungenentzündung und einer Infektion mit Covid-19.

Zwei Militärmaschinen sausen im Tiefflug über Moores Garten hinweg, und ehren den Captain so zu seinem 100. Geburtstag. Mit dieser recht frischen Erinnerung beginnt die Autobiographie, bevor Moore dann mehr als 100 Jahre zurück geht und zunächst von seinen Großeltern und Eltern berichtet, einer Familie von Handwerkern und Geschäftsleuten in der Industriestadt Keighley, in die er 1920 hineingeboren wird. Er verbringt dort eine relativ unbeschwerte Kindheit, geprägt von liebevollen Familienbeziehungen, vor allem zu seinem Onkel Billy, der ihn mit seiner Leidenschaft für Motorräder ansteckt. Nach einer Ausbildung im Wasserwerk beginnt Moore, Bauingenieurswesen zu studieren, muss das Studium allerdings abbrechen, als er mit Beginn des zweiten Weltkrieges als Soldat eingezogen wird. Bis zum Ende des Krieges dient er in Indien und Burma und wird bis zum Captain befördert. Nach einer kinder- und glücklosen ersten Ehe sind ihm im Alter von 50 Jahren noch einmal eine liebevolle Beziehung und Vaterfreuden vergönnt. Seine zwei Töchter und vier Enkelkinder begleiten ihn schließlich in der letzten Phase seines Lebens, die am Ende durch die Corona-Pandemie und eben durch seine eigene Spendenaktion eine besondere Bedeutung bekommt.

Sir Thomas Moore schildert sein Leben mit Liebe zum Detail und einer guten Prise britischen Humors. Seine Erlebnisse während des Krieges nehmen einen großen Teil der Autobiographie ein und geben einen interessanten Einblick in die militärischen Strukturen und die oft chaotischen Gegebenheiten vor Ort. Dabei offenbart Moore sowohl einen bescheidenen Patriotismus als auch einen gesunden Realismus und einen Blick auch auf die Schwächen des Systems. Erstaunlich offen spricht er auch über die Schwierigkeiten in seiner ersten Ehe und über die psychischen Probleme seiner zweiten Frau. Und nicht zuletzt behält er in der aktuellen Pandemie eine wohltuend pragmatische Sichtweise.

„Morgen wird ein guter Tag“ ist die im Grunde nicht besonders spektakuläre, aber gerade deshalb berührende Lebensgeschichte eines Mannes, der bis zuletzt optimistisch in die Zukunft blickte und nie seine Mitmenschlichkeit verloren hat. Und ganz egal wie unser eigenes Leben verläuft – mit diesen Eigenschaften kann Captain Tom Moore für jeden von uns ein Vorbild sein!