Cash – Die Autobiografie von Johnny Cash, Patrick Carr

VERÖFFENTLICHUNG» 16.02.2012
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Johnny Cash gehört ohne Zweifel zu den wichtigsten Persönlichkeiten der amerikanischen Musikgeschichte. Doch es war ein steiniger Weg von seiner Kindheit in Arkansas bis zu seinem Status als Superstar in Nashville. Über Jahrzehnte hinweg konnte er die Menschen begeistern – und was viele alternde Künstler nicht schaffen: Er erschloss sich eine neue Bewegung an jungen Fans. Dazwischen lagen Drogenprobleme auf der einen und sein unerschütterlicher Glaube auf der anderen Seite. Wer könnte besser darüber erzählen als der Protagonist selbst?

Biographien gibt es viele, doch nur eine namens „Cash“ – autobiografisch und in eigenen Worten erzählt, unterstützt von Co-Autor Patrick Carr. „Dieses Buch ist meine eigene Geschichte – was ich fühle, was ich liebe, was geschah, so, wie ich es erinnere…“. Am 26. Februar 2012 wäre Johnny Cash 80 Jahre alt geworden. Der richtige Zeitpunkt, um die deutsche Übersetzung dieses Standardwerks mehr als acht Jahre nach dem Tod der Ikone wieder auf den Markt zu bringen.

Das Buch war Grundlage für den preisgekrönten Kinofilm „Walk The Line“. Es erzählt nicht immer chronologisch die Geschichte Cashs, startet aber nach einer ausführlichen und thematisch umfassenden Einleitung mit der Kindheit als Sohn eines Baumwollpflückers, berichtet von den traumatischen Ereignissen um den Tod des Bruders Jack, gibt aber auch Hinweise, wie Cash die Liebe zur Musik entdeckte. Die Nähe zu Jamaika ist schon früh ein Thema und steht als Gegenpol zur Heimat Arkansas. Und als weiteres tragisches Ereignis wird der Überfall auf Cashs Wohnhaus Jahrzehnte später geschildert.

Dann aber die Liebe zur Musik. Der Karrierestart und der stetige Aufstieg. Die Tablettensucht und Drogenabhängigkeit, geplatzte Träume, die Dämonen, von denen nur der Betroffene wirklich berichten kann. Das Privatleben wird natürlich zum Thema: die erste Ehe, die Kinder und das Verhältnis zu June Carter. Johnny Cash ist dabei schonungslos offen und bietet einen perfekten Blick auf den Menschen hinter dem Künstler. Zum Ende hin wird es etwas ermüdend, wenn Cash bei den Episoden aus seinem Leben munter durch die Zeitebenen streift. Trotzdem lässt sich der Wälzer gut lesen. Und er gibt einen Einblick in die Seele des schwarzen Mannes, den dieser nur selbst gestatten kann.