Ken Scott and Bobby Owsinski – Abbey Road to Ziggy Stardust (Englische Ausgabe)

VERÖFFENTLICHUNG» 01.07.2012
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Der Name Ken Scott ist sicherlich nicht allen geläufig, die gerne Musik hören. Allerdings werden alle, die sich etwas aus guter Musik machen, auf alle Fälle mal in den Genuss von Musik gekommen sein, die von Scott produziert wurde. Unter den Musikern, mit denen der Brite in den letzten vierzig Jahren gearbeitet hat, finden sich The Beatles, David Bowie, Elton John, Pink Floyd, The Rolling Stones, Supertramp und Lou Reed. Nicht zuletzt durch seine Arbeit wurden Alben wie „The White Album“ oder „Ziggy Stardust“ zu Riesenerfolgen.

In der Autobiographie „Abbey Road to Ziggy Stardust“ nimmt Scott den Leser in eine Welt, zu der man nur selten Zugang hat. Man bekommt eine Innensicht auf die Entstehung von Musik fernab von Promotion, Marketing und der glamourösen Oberfläche, mit der man sonst konfrontiert ist. Gleichzeitig bekommt man einen sehr detaillierten Einblick in die Geschichte der Musik-Produktion, von analogen Studioaufnahmen bis hin zur digitalen Revolution hat Scott im Laufe seiner über vierzigjährigen Karriere den Fortschritt in der Technik aus erster Hand mitgemacht. Das Wunderbare: Die teilweise sehr technischen Details sind auch für Laien verständlich, sind aber so gut vom Rest abgetrennt, dass man sie auch überspringen kann.

Scotts Memoiren zu lesen ist unterhaltsam, kann aber auch in viel Arbeit ausarten, denn man bekommt oft Lust, sich bestimmte Songs und Alben anzuhören, um zu verstehen, wovon er genau schreibt. Gleichzeitig weiß Scott eine Menge Anekdoten und kleiner Geschichten rund um die Musiker zu erzählen, mit denen er gearbeitet hat, u.a. die Beatles, George Harrison, David Bowie, Elton John, Supertramp und einige Jazz-Legenden wie z.B. Billy Cobham. Es geht in den Anekdoten auch  immer wieder um Befindlichkeiten, Freundschaften, persönliche Schicksale und Niederlagen, und natürlich auch um Erfolgsgeschichten. Allerdings geht es hier nie um Bloßstellung einzelner Personen, Scott ist weit weg davon, schmutzige Wäsche zu waschen oder über Leute herzuziehen, mit denen er schlechte Erfahrungen gemacht hat (und davon tauchen viele in diesem Buch auf). Selbst der rechtliche Streit mit dem frühen Management von Bowie wird beleuchtet, ohne aber gehässig zu werden.

Alles in Allem ist das Buch für alle die gedacht, die Musik gerne aus einer anderen Sicht kennenlernen wollen, nämlich aus der Sicht der Produzierenden. Es räumt mit der naiven Sicht auf, dass eine Band ins Studio geht und einfach ein Album aufnimmt. Es öffnet den Blick dafür, wie viel harte Arbeit hinter der Produktion eines Musik-Albums und wie viele Überlegungen manchmal hinter einem einzigen Songs stecken können – und nicht zuletzt bekommt man ein Gefühl dafür, wie wichtig die Arbeit der Menschen ist, die hinter den Kulissen arbeiten und von denen man selten etwas hört. Ein absolutes Muss für Musikliebhaber.