„Metal Antholögy“ – Frank Schäfer liefert Ansichten und Meinungen eines Schwermetallsüchtigen

VERÖFFENTLICHUNG» 15.04.2014
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Wenn Musikjournalist Dr. Frank Schäfer ein Buch über Heavy Metal schreibt, ist eins so sicher wie das Amen in der Kirche: Großmeister Lemmy erscheint auf dem Titelbild. Das auch vielleicht um deutlich zu machen, dass es eine Art Trilogie ist, die in den letzten Jahren beim Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf aus der Feder des Kritikers erschien, der unter anderem für den Rolling Stone und die TAZ schreibt.

Band 1 hatte den Titel „111 Gründe Heavy Metal zu lieben“ und hatte genau das zum Thema. Anekdoten, Biographien und Geschichten aus der Szene. Band 2 hieß „Talking Metal“ und lieferte den Untertitel „Headbanger und Wackengänger – die Szene packt aus!“ gleich mit. Hier gab es Interviews. 14 im Gesamten. Und der Schwerpunkt lag nicht etwa bei den Musikern, sondern bei den Menschen, die im Hintergrund arbeiten und die Maschinerie am Laufen halten.

Und so wird tatsächlich eine Trilogie draus. Denn während sich Teil 1 den Musikern widmete und Teil 2 den Fans sowie den Menschen im Hintergrund, ist Teil 3 sehr persönlich geworden und liefert „Ansichten und Meinungen eines Schwermetallsüchtigen“. Es ist ein biographisches Buch ganz aus der Sicht des Autors geschrieben und erläutert seine persönliche Einstellung zum Thema.

Frank Schäfers „Metal Antholögy“ ist kein chronologisch geordneter Abriss. Auch die Kapitelüberschriften geben nicht unbedingt die Thematik glasklar wieder. Stattdessen liefert Frank Schäfer eine Art inneren Monolog, lässt sich von Stichworten leiten, erzählt Anekdoten und Erinnerungen, die belegen, wie er zum Heavy Metal fand, dabei geblieben ist und heute sein Geld damit verdient. Das ist unterhaltsam und gut lesbar. Nicht, weil man ihm  jedes Wort abnimmt (dafür sind manche Stories einfach zu haarsträubend), aber weil man den Gedankengängen folgen kann. Beispiel gefällig? Zitat: „Gut, und was hören wir jetzt? Rammstein?“ – „Lieber nicht! Immer wenn ich Rammstein höre, überkommt mich das Bedürfnis, in Polen einzumarschieren!“

Frank Schäfer zählt die besten Metal-Live-Platten auf, zitiert Songtexte, versucht sich an einer Auflistung aller Alben, die das Wort „Metal“ im Titel tragen. Seine Texte sind kurzweilig und reichhaltig illustriert. Allerdings hätte man sich manchmal größere Fotos oder ein paar erläuternde Zeilen gewünscht. Geschenkt. Frank Schäfer hat seine Trilogie glänzend beendet. Seine Interview-Reihe fand ich schon hervorragend. Seine Selbstoffenbarung macht aber besonders großen Spaß.

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