Nach dem Album nun das Buch – Herman Van Veen mit „Für einen Kuss von Dir“

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Die letzten Monate sind wahre Festwochen für Herman Van Veen-Fans. Ende September veröffentlichte der 67-jährige Holländer sein neues Album „Für einen Kuss von Dir“ und mit diesem Programm ist er aktuell zum zehnten Mal in seiner Karriere auf Deutschland-Tour. Parallel dazu erscheint jetzt noch ein gleichnamiges Buch. Es ist nach der Autobiographie „Bevor ich es vergesse“ bereits sein zweites innerhalb von nur zwei Jahren. Buch und Album hat er seinen beiden Enkelsöhnen gewidmet. So sind Enkel eines der zentralen Themen in „Für einen Kuss von Dir“ – ob nun die eigenen oder der von Charlie Chaplin. Herman Van Veen erzählt von seiner Mutter im speziellen, Müttern im allgemeinen und solchen, die pupsen. Und er spricht von seinem kleinen Heimatland: „Wenn man in den Niederlanden beispielsweise in Den Haag erkältet ist und stark hustet, hört man das in Enschede“.

Über das Foto auf dem Buchdeckel hat Herman Van Veen kürzlich in einem Interview mit uns gesagt, es zeige „ungefähr ein Lachen“ (das komplette Interview findet ihr hier). Und tatsächlich sind all die Geschichten, die er in „Für einen Kuss von Dir“ erzählt auch so etwas wie „ungefähr ein Lachen“. Es sind seltsame, lustige oder nachdenkliche Geschichten, die manchmal keinem Erzählfaden zu folgen scheinen und die sich oftmals erst beim zweiten Durchlesen erschließen. Auf 312 Seiten philosophiert er darin über „Schimenschen“, über Haarausfall, Elfen, Krokodile, alte und neue Hotels. Er bewundert kleine Spinnennetze und erklärt uns ganz nebenbei, warum Gott einem Brötchen gleicht. Er tut das so, wie nur Herman Van Veen das kann. Man amüsiert sich mit ihm zusammen über kostbare Zwiebeln und andere heitere Irrtümer, legt gemeinsam den Kopf schief und sinniert über das Älterwerden oder das Langsamleben oder schluckt auf der Suche nach Zärtlichkeit den Kloß im Hals hinunter. Egal, ob Herman Van Veen in der Gestalt eines Großvaters auftritt, ob er Musiker, Clown, Kabarettist, Komponist, Maler oder wie hier Schriftsteller ist, eines ist stets sicher: Er berührt!

Das eigentlich Wundersame daran ein Buch von Herman Van Veen zu lesen ist jedoch, dass es sich anfühlt, als würde er selbst es vorlesen. In Gedanken höre ich ihn Seite für Seite in diesem für ihn typischen Deutsch mit dem symphatischen holländischen Akzent sprechen. Manchmal sehe ich ihn auch dabei lächeln. Es ist „ungefähr ein Lachen“.