A-cappella-Hits instrumentiert – die Wise Guys vervollständigen ihr Projekt „Zwei Welten“

VERÖFFENTLICHUNG» 14.09.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
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Normalerweise verzichten A-cappella-Gruppen auf instrumentale Begleitung und ersetzen diese durch Gesang. Die bekannte Kölner Formation Wise Guys wählte für ihr Projekt „Zwei Welten“ ausnahmsweise mal den umgekehrten Weg. Die fünf Jungs haben ihre bereits im Mai 2012 veröffentlichten neuen Songs nun auch als instrumentierte Versionen eingespielt und erfüllen sich damit einen Jugendtraum – denn ursprünglich starteten die Wise Guys ihre Karriere als Rockband.

Von den 16 Titeln des Albums „Zwei Welten a cappella“ wurden insgesamt 13 instrumentiert, und das Ergebnis ist durchaus spannend und hörenswert. Teilweise trägt die Instrumentierung dazu bei, die Grundstimmung der Songs zu verstärken. So erhöhen funkige Bläser den Gute-Laune Effekt im Opener „Die Sonne scheint mir auf den Bauch“, und „Jetzt ist deine Zeit“ wirkt als hypnotisierende Elektro-Hymne noch eindringlicher. Auch die rockende Version des Titelsongs überzeugt, ebenso wie die tolle Ballade „Das war nicht geplant“ mit schönen akustischen Gitarren und Piano. „Deutsche Bahn“ mit elegante swingender Brass-Sektion ist dagegen zwar ganz nett, aber irgendwie wirkt die Ironie nicht mehr so wie im Original.  Und „Tief im Süden“ ist mir einfach zu dicht arrangiert.

Zusätzlich zu den aktuellen Titeln präsentieren die Wise Guys noch drei ältere Hits instrumentierter Version. Dem kraftvollen und atmosphärischen „Radio“ stehen E-Gitarre und Percussion erstaunlich gut und „Jetzt ist Sommer“ kommt in einer lässigen Version daher, die allerdings eher zum Entspannen bei 35 Grad im Schatten taugt als zum gewohnten Mittanzen beim Live-Konzert. Und „Nur für dich“  mit Piano, Streichern und Sari am  Sologesang ist zwar ein netter Versuch, aber die Original-Version von Clemens ist einfach durch nichts zu ersetzen! Aber immerhin bekommt Ferenc noch eine Chance – statt mit dem eher bescheidenen „Irgendwer wird immer meckern“ darf er sich mit einem instrumentalen „Seemann“ verabschieden.

Mit „Zwei Welten“ ist den Wise Guys definitiv ein interessantes Projekt gelungen, und die instrumentierte Version wird sich alleine schon deshalb gut verkaufen, weil die Fans einfach neugierig sind, wie die Wise Guys als ganz normale Band klingen. Ich finde, nicht schlechter als die meisten derzeitigen deutschsprachigen Bands, aber eben auch nicht besser. Als A-cappella-Gruppe sind die Jungs aber eindeutig eine Klasse für sich – also macht demnächst bitte wieder weiter mit purem Gesang!