AC/DC lassen Buenos Aires erbeben – „Live At River Plate“

VERÖFFENTLICHUNG» 16.11.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
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20 Jahre nach der Veröffentlichung von „Live“, das in den deutschen Charts Platz fünf und Goldstatus erreichte, erscheint jetzt mit „Live At River Plate“ endlich ein neuer Konzertmitschnitt von AC/DC. Die Aufnahmen entstanden am 2., 4. und 6. Dezember 2009 bei ihrer triumphalen Rückkehr nach Argentinien, wo sie vor insgesamt knapp 200.000 Fans im größten Stadion des Landes, dem Estadio Monumental Antonio Vespucio Liberti von Buenos Aires auftraten, weltweit besser bekannt unter dem Namen River Plate Stadion. Es waren mit die beeindruckendsten Shows der „Black Ice World Tour“, die immerhin über fünf Millionen Zuschauer in 108 Städten quer über den Globus in ihren Bann zog. Kein Wunder, denn AC/DC waren zuvor geschlagene dreizehn Jahre lang nicht mehr in dem südamerikanischen Land aufgetreten. Wie vollkommen euphorisiert die argentinischen Fans auf das Erscheinen der australischen Rockgiganten reagierten, ließ sich bereits auf der im vergangenen Jahr veröffentlichten gleichnamigen DVD bewundern. Vom ersten Ton an besteht das gesamte Stadion aus einer riesigen, ekstatischen Masse Menschen, die im Kollektiv tanzen, springen, singen, die Fäuste recken oder sich wellenartig von links nach rechts und wieder zurück bewegen. „Live At River Plate“ liefert nun das Audio-Erlebnis nach.

Zunächst fällt dabei die schicke Aufmachung ins Auge. „Live At River Plate“ gibt es als aufklappbares Digipack mit einem 24-seitigen Booklet voller Fotos. Das Innenleben besteht aus 19 Songs, die auf zwei CDs verteilt sind, was der kompletten Setlist entspricht. Wohlgemerkt der kompletten Setlist aller drei Abende, denn die glichen sich jeweils wie ein Ei dem anderen. Variationen gab es während der Tour ohnehin nur höchst selten. „We don’t speak very good spanish, but we speak Rock’n’Roll pretty good“, sagt Brian Johnson gleich zu Beginn und auch 37 Jahre nach ihrem Debüt „High Voltage“ üben AC/DC noch eine ungeheure Faszination aus – nicht nur in Argentinien. Das muss ihnen erstmal einer nachmachen.

Überhaupt Brian Johnson. Selbst wenn seine Reibeisenröhre leicht brüchig klingt und er nicht immer zu hundert Prozent textsicher ist, animiert er die Fans fast pausenlos. Und deren Begeisterung ist auch auf der Konserve deutlich spürbar, sie singen sogar die Gitarrenriffs mit oder feiern Angus Young mit Sprechchören („Whole Lotta Rosie“). Für sie ist der kleine Gitarrenderwisch so etwas wie der Diego Maradona des Rock. Mit seinem Instrument zelebriert er bei „Let There Be Rock“ einen 17-minütigen Alleingang, den so wohl tatsächlich nur „die Hände Gottes“ spielen können. Das Set besteht aus vier Songs des letzten AC/DC-Studioalbums „Black Ice“, der Rest sind Klassiker. „Back In Black“ fehlt dabei ebensowenig wie etwa „Hells Bells“, „T.N.T.“, „Highway To Hell“ oder der ohrenbetäubende Schlusspunkt „For Those About To Rock (We Salute You)“. 1977 sang der legendäre Bon Scott: „Let there be sound, and there was sound / let there be light, and there was light / let there be drums, and there was drums / let there be guitar, there was guitar / Let there be Rock“. Auf „Live At River Plate“ füllen AC/DC ihr selbstgewähltes Motto nach wie vor mit jeder Menge Leben, Schweiß und Adrenalin.

Allerdings wird der Live-Mitschnitt erst dann richtig interessant, wenn man entweder die dazugehörige DVD kennt oder AC/DC auf ihrer „Black Ice“-Tour selbst live gesehen hat. Für jene, die bei einem der Konzerte dabei waren stellt „Live At River Plate“ eine feine Erinnerung dar. Für Neueinsteiger (sofern es die überhaupt noch gibt…) ist die Doppel-CD ein gelungener Einstieg in die 3-Akkorde-Welt von AC/DC. Im kommenden Jahr feiert das Quintett sein 40-jähriges Jubiläum. Rock And Roll Still Ain’t Noise Pollution!

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