Adam Green & Binki Shapiro lassen auf ihrem Debüt die Sixties aufleben

VERÖFFENTLICHUNG» 25.01.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
ARTIST»
LABEL» ,
  bei Amazon bestellen

Ein wundersames Duo hat sich da zusammen gefunden. Neu im Geschäft sind beide nicht: Adam Green war Teil der Band Moldy Peaches und wurde bekannt durch den Soundtrack zum Film „Juno“. Binki Shapiro hat bereits mit Beck gearbeitet und machte später im Trio Little Joy auf sich aufmerksam. Die Los Angeles Times listet sie immerhin unter die „30 unter 30“-Künstler, die man im Auge behalten sollte. Nun haben sich da zwei Seelenverwandte gefunden, die ihr gemeinsames Album selbstbewusst mit den eigenen Namen betiteln. Und das Ergebnis ist regelrecht bezaubernd.

Adam Green und Binki Shapiro entführen uns von den ersten Albumklängen an auf eine Zeitreise in die späten 60er Jahre, mit einem Folkpop, der dieser Epoche entsprungen zu sein scheint. Die sanfte, elfenhafte Stimme von Binki beginnt, der sonore Bass Adam Greens setzt mit tiefen Tönen ein und im Duett entsteht ein wohliger Zweiklang, der Gänsehaut erzeugt. So starten sie mit dem reduzierten Opener „Here I Am“. Die Harmonie, die sie stimmlich erzeugen, spiegelt sich in dem heimeligen Coverfoto. Binki im charmanten Retro-Look, Adam ein wenig selbstvergessen nach vorn blickend.

Songs wie „Just To Make Me Feel Good“ und „Pity Love“ lassen Erinnerungen an die gute alte Kinozeit hoch kommen und man sieht förmlich Frank und Nancy Sinatra im feinen Zwirn vor sich. Egal, ob Binki alleine singt oder im Duett mit Adam. Das Ergebnis hat stets eine bittersüße Note. Die Arrangements sind verspielt und perfekt, der instrumentale Background meist ganz dezent eingesetzt, gerade um das swingende Flair zu erhalten. Ob psychedelisch („I Never Found Out“) oder im melancholischen Walzer-Rhythmus („The Nighttime Stopped Bleeding“) – die Zusammenarbeit ist an jedem Punkt stimmig.

Das Album dauert leider kaum eine halbe Stunde – doch die Atmosphäre, die herauf beschworen wird, eine Mischung aus Romantik und Coolness, ist es allemal wert. Ein ganz intimer Moment, in musikalische Sprache gefasst. Das Album ist geschrieben, Adam Green lebt weiter in New York, Binki Shapiro ist nach Los Angeles zurück gekehrt. Doch man kann sicher sein, dass eine nächste Begegnung die intime Story fortführen wird. Großes Kino halt.