Agnes Obel – „Aventine“: die Dänin braucht nicht mehr als Piano, Streicherklänge und ihre Stimme

VERÖFFENTLICHUNG» 27.09.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Die Pianistin und Sängerin Agnes Obel stammt aus Kopenhagen, lebt aber in Berlin. Klavier spielte sie schon in jungen Jahren und machte später erste Erfahrungen in der Band Sohio. Ihre Solokarriere begann mit dem Song „Just So“ (2009) in einem Werbespot der Deutschen Telekom. Immerhin Platz 44 in den Charts. Es folgten das erste Soloalbum „Philharmonics“ und nun der Nachfolger „Aventine“. „Philharmonics“ erhielt Platin unter anderem in Frankreich und Belgien, Gold in den Niederlanden und wurde in Dänemark zum Nummer-1-Album, das fünf Danish Music Awards einheimste. Kein Wunder also, dass Europa auf „Aventine“ wartete, das Anfang 2013 in den Berliner Chalk Wood Studios aufgenommen wurde.

Zunächst fällt auf, dass Agnes ihren Ursprüngen treu bleibt und drei instrumentale Stücke auf das Album packt – eins zu Beginn, eins in die Mitte und eins (fast) an den Schluss. Diese Einwürfe am Piano lassen innehalten und bereiten auf die großen Klanglandschaften vor, die Agnes Obel in ihren Songs schafft. Dabei hält sie sich instrumental deutlich zurück, beschränkt sich auf ihren Gesang und ihre Stimme, ein Cello, eine Violine und eine Gitarre (in „Pass Them By“).

Die verträumten, oft melancholischen Melodien werden vor allem durch den Gesang belebt: eine eindringliche, intensive Alt-Stimme nennt Agnes ihr eigen, die sie hervorragend einsetzt und die oft genug an die Vocals von Goldfrapp oder Birdy erinnert. Gezupfte Streicher, eine bisweilen tief dröhnende Basslinie und dann emotionale Gesangslinien wie in „Tokka“ und vor allem „The Curse“, das durch seine zweistimmigen Harmonien auffällt. Jeder Piano-Einsatz erzeugt Gänsehaut und lässt die Stücke ihre Wirkung auf den Zuhörer entfalten. So zurückhaltend und doch so stark.

Die musikalische Welt der Agnes Obel ist nichts zum nebenbei genießen. Um die tiefgründigen Texte und Arrangements richtig zu würdigen, braucht es vielleicht Kerzenlicht und ein Glas Rotwein – auf jeden Fall aber eine entspannte Atmosphäre ohne Nebengeräusche. Wer dann seine Seele baumeln lässt, wird von der ausdrucksstarken Stimme schnell gefangen sein.

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