Alanis Morissette: Ein bisschen Chaos und viel Licht

VERÖFFENTLICHUNG» 24.08.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
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Ich kann zwar nicht gerade behaupten, jedes ihrer Alben auswendig zu kennen, aber Alanis Morissette hat mich mit ihrer Musik durch einige Zeit meines Lebens begleitet – ob „Head Over Feet“ und „Ironic“ zu Abi- und Studentenzeiten oder später „Thank U“ und „Hands Clean“. Nach vier Jahren Pause seit ihrem letzten Album habe ich mich deshalb sehr auf ihr neues Werk „Havoc and Bright Lights“ gefreut.

Die erste Singleauskopplung „Guardian“ klingt mit ihren sanften Strophen und dem kraftvollen eingängigen Refrain schon mal äußerst vielversprechend – entsprechend weit oben ist sie bei uns bereits in den Charts eingestiegen. Und der Rest des Albums kann da durchaus mithalten. Wie beim Vorgänger „Flavors of Entanglement“ sind alle Songs gemeinsam mit Guy Sigsworth entstanden, aber nicht mehr so stark von elektronischer Einflüssen geprägt. So gibt es zwar pulsierende und teilweise verstörende Synthie-Effekte etwa in „Numb“ und „Edge of Evolution“, aber auch wunderbar eindringliche Balladen wie „Empathy“ und „Havoc“ oder geerdeten Folkrock wie „Lens“ oder „Receive“.

Alanis hat sich mit diesem Album nochmal musikalisch weiterentwickelt, aber ihr ganz eigener, ursprünglicher Stil ist weiter unverkennbar. Das liegt natürlich einmal an ihrer unverwechselbaren Stimme, aber auch an der Tatsache, dass selbst die eingängigsten ihrer Songs noch immer Ecken und Kanten haben und vor allem immer eine wichtige Botschaft. So ist etwa „Woman Down“ eine wütende Herausforderung an einen Mann, der alle Frauen als Opfer sieht, und in „Celebrity“ beleuchtet die Sängerin selbstironisch die süchtig machenden Mechanismen des Showbizz. Aber sie hat auch positive Botschaften wie in „Win & Win“, das von einer gleichberechtigten Partnerschaft erzählt, oder im entspannten „Receive“, mit dem sie sich selbst eine Auszeit gönnt.

Wenn das Album verträumt und schwebend mit „Magical Child“ ausklingt, habe ich eine interessante musikalische Reise hinter mir und bin erneut von Alanis Morissette als Sängerin und Songwriterin überzeugt. „Havoc and Bright Lights“ wird sich auf jeden Fall noch eine Weile in meinem CD-Player aufhalten!

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