Amy MacDonald, ihr drittes Studioalbum Life In A Beautiful Light

VERÖFFENTLICHUNG» 08.06.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
ARTIST»
LABEL» ,
  bei Amazon bestellen

Mit ihrem Debütalbum „This Is The Life“ eroberte Amy Macdonald vor vier Jahren ganz Europa und ist seitdem äußerst erfolgreich im Musikgeschäft unterwegs. Trotzdem hat sich nach eigenen Aussagen im Leben der jungen schottischen Sängerin nicht viel verändert, und tatsächlich taucht sie außerhalb ihrer künstlerischen Tätigkeit kaum in den Schlagzeilen auf. Gewohnt bodenständigen Songwriter-Folk-Rock bietet auch wieder ihr aktuelles Album „Life In A Beautiful Light“.

Vergangenes Jahr hat sich Amy Macdonald erstmal eine Auszeit vom Tourleben genommen, und so konnten die Songs für ihr drittes Studioalbum in aller Ruhe entstehen. Wie immer ließ sich die Songwriterin von wahren Begebenheiten inspirieren. Das sind mal ganz private Geschichten wie im fröhlichen Opener „4th Of July“, mit dem Amy sich an eine Reise nach New York erinnert, oder die Single „Slow It Down“, in der sie ihre Vorliebe für Autorennsport offenbart. Aber auch öffentliche Ereignisse werden verarbeitet, etwa in „Human Spirit“, das von der wunderbaren Rettung der chilenischen Bergleute erzählt, oder „Across The Nile“, das die Hoffnung der Ägypter nach dem Sturz von Präsident Mubarak thematisiert.

Nach den teilweise etwas düsteren Songs von Amys zweitem Album „A Curious Thing“ ist die neue CD fast durchweg positiv, auch in musikalischer Hinsicht.  Der Titelsong „Life In A Beautiful Light“ versprüht geradezu optimistische Lebensfreude und „The Furthest Star“ ist ein wunderschönes Bekenntnis zu den eigenen Träumen. Im  mitreißenden Folksong „Pride“ beschreibt Amy das Gefühl, vor 50.000 Fans zu singen – wie sie es bei einem Qualifikationsspiel der schottischen Fußballmannschaft erleben durfte. Leider haben es die Schotten nicht zur EM geschafft, aber „Pride“ hat auf jeden Fall das Zeug zur Fußball-Hymne.

Die Songs basieren auf einem akustischen Folksound, sind aber teilweise sehr aufwändig arrangiert. Manchmal ist es fast zu viel des Guten, wie beispielsweise bei „The Game“, aber Amys großartige und ausdrucksstarke Stimme behauptet sich immer mühelos. Gesanglich hat sie sich erkennbar weiterentwickelt und singt nun kontrollierter und differenzierter. Besonders berührt sie mit der Ballade „Left That Body Long Ago“, die das schmerzliche Thema Alzheimer aus der Perspektive der Betroffenen selbst beleuchtet. Zu meinen Favoriten gehört außerdem der Hidden Track „Two Worlds“, den die Sängerin ganz allein mit ihrer Gitarre performt.

Mit „Life In A Beautiful Light“ geht Amy Macdonald konsequent ihren musikalischen Weg weiter. Sie versucht nicht, sich neu zu erfinden oder irgendwelchen Trends zu folgen, sondern will mit ihren Songs einfach nur Geschichten erzählen und die Zuhörer berühren. Und das gelingt der sympathischen Schottin nach wie vor verdammt gut!