Auf dem Weg zur Smaragdstadt – Elton John und sein Meisterwerk „Goodbye Yellow Brick Road“

VERÖFFENTLICHUNG» 21.03.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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„Goodbye Yellow Brick Road“ war bereits das siebte Studioalbum von Elton John und erschien im Jahr 1973. Mit über 30 Millionen Exemplaren ist es sein meistverkauftes Werk und wurde aufgrund der Fülle an Material als Doppel-LP veröffentlicht. Das märchenhafte Cover zeigt Elton John selbst wie er die „Yellow Brick Road“ (gelbe Backsteinstraße) aus dem Musical „Der Zauberer von Oz“ betritt. Allein diese konzeptionelle Idee hat ein sehr progressives Element – und es sollte noch besser kommen: Der Opener „Funeral For A Friend / Love Lies Bleeding“ war ein elfminütiges, sphärisches Highlight mit Synthesizer-Einleitung und verspielten Artrock-Elementen. So proggy, dass Jahrzehnte später Dream Theater diesen Song für „A Change Of Seasons“ coverten. Ein absolut großes Musikstück!

Der zweite Song des Albums ist dann aus der Popszene nicht mehr wegzudenken. Ursprünglich für Marilyn Monroe geschrieben, wurde „Candle In The Wind“ 1997 als Tribute an Prinzessin Diana neu veröffentlicht, was die Single schließlich zur ewigen Zweiten nach „White Christmas“ machte. Zudem gab es Hits wie „Bennie And The Jets“ im Glam Rock Stil (später bei „Live Aid“ abgefeiert) und den explosiven Klassiker „Saturday Night’s Alright For Fighting“, den Größen wie W.A.S.P., Queen und The Who gecovert haben. Und trotz dieser Einzelsongs, die zum musikalischen Allgemeingut gehören, ist das Album keine Hit-Zusammenstellung, sondern ein in sich geschlossenes Werk von 76 Minuten Länge, das den Höhepunkt des kreativen Schaffens von Elton John ausmachte – wie geschaffen für einen Re-Release 40 Jahre nach Erscheinen.

Der schön aufgemachte Digipack enthält auf CD 1 eine remasterte Version des Originalalbums auf Grundlage der originalen Analogbänder. Für CD 2 hat man eine Reihe aktueller Künstler gefunden, die Songs des Albums für die Neuauflage covern: Da findet sich die sanfte Schmachtstimme von Ed Sheeran zur Gitarrenballade „Candle In The Wind“, The Band Perry machen „Grey Seal“ zum Country-Rock-Kracher, Emeli Sandé liefert eine sphärisch-verrauschte Version von „All The Girls Love Alice“ und Fall Out Boy feiern „Saturday Night’s Alright For Fighting“ ab.

Nach den neun Coverversionen gibt es dann neun Titel vom Meister selbst, nämlich Liveaufnahmen, die beim legendären Londoner Weihnachtskonzert 1973 mitgeschnitten wurden. Das Erbe des Albums ist sehr lebendig und die Mischung aus neuen und alten Versionen gibt der Deluxe Edition den richtigen Kick. So feiert man einen Klassiker korrekt ab!

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