Auf Sehnsucht nach alten Zeiten mit „Famous Graves“ von Cheap Girls

VERÖFFENTLICHUNG» 16.05.2014
BEWERTUNG» 6 / 9
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Als ich 2012 die Möglichkeit hatte, Cheap Girls auf dem Ieper-Fest zu sehen, war ich richtig froh, diese Chance mitgenommen zu haben. Wann kommen gute Rock-Bands schon zu einem Metal und Hardcore-Festival? Damals waren natürlich mehr Damen als Herren im Zeltplatz anwesend, aber das hat der Show keinen Schaden getan. Als völlig unbekannter Act haben Cheap Girls astreinen Alternative-Rock gespielt, der auch in die Pop-Punk-Schiene fallen könnte.

Zwei Jahre später stehen die beiden Brüder Ben und Ian Graham wieder mit einem neuem Album „Famous Graves“ in den Startlöchern, um eine Runde melancholischen Rock an die Leute zu bringen. Wie auf den Vorgängeralben wird versucht Musik, zu vermitteln, die tief unter die Haut gehen soll. Diese Art von Rock ist vertraut, da jede amerikanische ‚alternative‘ Rock Musik-Variante in unzähligen Filmen verbaut wurde. Erfahrungsgemäß wird die Handlung dann mit einem Happy-End versehen. Diese Platte sehnt sich nach den Alternative-Rock-Zeiten zurück und bietet dieser Ära wieder einen Platz. „Famous Graves“ ist wirklich eine Ode an die 90er Jahre, die sich um Nostalgie dreht. Die Grenzen, die sich die Band selbst steckt, sind leider sehr hoch. Lichtblicke gibt es dennoch zu hören. Sänger Ians Stimme ist halt das entscheidende Bindeglied, um diese Band interessant zu machen. “Knock Me Over” ist der Track der Platte. Er fasziniert und bleibt einem im Ohr hängen. Während die meisten Songs an einem vorbeirauschen, ohne wirklich aufzufallen, setzen Cheap Girls den Gesang hier in den Vordergrund. Ein leichtes, sehr traurig klingendes Riff wird von einer verzweifelten Stimme begleitet, die eine Herzschmerz-Geschichte erzählt. Zwar klingt auch dieser Ablauf nach einem Klischee, aber es funktioniert.

Live sind Cheap Girls mehr als nur eine Kopie, um Sehnsucht nach alten Zeiten zu wecken. “Famous Graves” ist für jene, die solche Augenblicke der Musik-Epochen nicht kennen oder sich noch herbeiwünschen. Ansonsten bleibt nur zu sagen, dass Ian Graham ein guter Sänger ist, der für schwermütige Stücke gemacht ist. Die Band einfach live auschecken und verlieben, hat auf den bisherigen Touren auch immer geklappt!

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