Aus der Zeit gefallen: „Zauberstrassen Revisited“ von Wolf Maahn

VERÖFFENTLICHUNG» 15.11.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Rückblick: Nach einem dreijährigen Schreib- und Aufnahmeprozess erscheint 2004 ein neues Studioalbum von Wolf Maahn. Es ist das erste nach „Soul Maahn“ mit ausschließlich neuen Songs. Sein Titel: „Zauberstrassen“. Wolf Maahn beschreitet darauf für ihn völlig neue musikalische Wege und experimentiert mit Industrial-, Rock- und Dance-Elementen. Als seine damalige Plattenfirma Universal genau in der Release-Phase das gesamte zuständige Team des Motor Labels entlässt, gerät auch „Zauberstrassen“ in schwieriges Fahrwasser. Trotzdem trifft das Album bei Fans und Kritikern gleichermaßen auf Zustimmung. Für Wolf Maahn selbst bleibt die verpatzte Veröffentlichung jedoch eine grosse Enttäuschung, die schließlich zur Trennung von Universal führt. Nach langwierigen Verhandlungen gelingt es ihm immerhin sich die Rechte an „Zauberstrassen“ zurückzuholen. Bis zum nächsten Wolf Maahn-Album mit ausschließlich neuen Songs wird es danach übrigens weitere sechs Jahre dauern, aber das ist eine andere Geschichte…

Gegenwart: Fast ein Jahrzehnt nach dem ursprünglichen Release erscheint „Zauberstrassen“ nun frisch remastered und mit dem Zusatz „Revisited“ auf Wolf Maahn’s eigenem Label Libero Records quasi neu. Erweitert um eine zweite CD mit 16 zum Teil bislang unveröffentlichten Songs. Wenn man „Zauberstrassen“ heute hört, dann wirken die elf Stücke immer noch ein wenig wie aus der Zeit gefallen. Ich persönlich bin nie so wirklich damit warm geworden. Mir ist der Stilmischmasch nach wie vor eine Spur zuviel des Guten. Dabei hat „Zauberstrassen“ mit „Schatzjäger“ oder „Treibsand“ einige wahre Perlen zu bieten. Was den Re-Release aber erst lohnenswert macht, ist die Zugaben-CD, die einige feine Entdeckungen bereithält.

Zum einen sechs unveröffentlichte Live-Takes der „Zauberstrassen“-Tour, aufgenommen in der Hamburger Fabrik beim 1.000sten Wolf Maahn-Konzert am 1. April 2004, darunter auch „Here Comes The Sun“ von den Beatles. Dazu gibt es lange Zeit unvollendete Songs der „Zauberstrassen“ Studio Sessions, wie etwa „Fest der Liebe“ oder das zweiteilige Dance Opus „Es La Musica!“ und last but not least remasterte Stücke aus vergangenen Studioalben, die zum größten Teil nicht mehr erhältlich waren. Zum Beispiel die „Ich wart auf dich“-Interpretation des vergriffenen 2001er „Absolut Best Of“ oder die Synthiepop-Hymne „Mutter Erde“, die Wolf Maahn 1997 für den Greenpeace-Sampler „Taten statt Warten“ produzierte.

So wird „Zauberstrassen Revisited“ letztlich doch zu einer runden Sache, die sich auch für all diejenigen lohnt, die das Original-Album bereits im CD-Regal stehen haben. Die liebevolle Aufmachung beweist zudem, wie stolz Wolf Maahn bis heute auf das Album ist. „Die Leute wollen Wunder hören und alle leidenschaftlichen Musiker sind damit beschäftigt, in diese Zauberstrassen vorzustoßen“, hat er einmal gesagt. Er hat es längst geschafft!
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