Avi Avital – „Between Worlds“: Virtuoses Mandolinenspiel zwischen Klassik und Folklore

VERÖFFENTLICHUNG» 17.01.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Der durchschnittliche Hörer wird die Mandoline wohl eher einer Folk- oder Countryband als einem klassischen Ensemble zuordnen. Und tatsächlich ist die klassische Originalliteratur für dieses Instrument recht begrenzt, wie auch der israelische Mandolinenspieler Avi Avital während seiner Ausbildung feststellen musste und sein Repertoire deshalb bald nach seinen eigenen Vorlieben erweiterte und Mandolinenmusik für sich neu definierte. Nach einem Album mit Bach-Konzerten erscheint nun bei Deutsche Grammophon seine aktuelle CD „Between Worlds“, auf der er den Bogen von volkstümlicher Musik zur Klassik schlägt.

Dabei widmet Avi Avital sich hauptsächlich Komponisten wie Béla Bartók, Manuel de Falla, Sulchan Tsintsadze oder Antonín Dvořák, die Elemente der Volksmusik in ihre klassischen Werke einfließen ließen. Es finden sich auf dem Album aber auch ganz traditionelle Stücke wie der bulgarische Tanz „Bučimiš“ oder die walisische Ballade „Hen Ferchetan“, zu deren verwunschenen Atmosphäre vor allem Catrin Finch mit ihrem Harfenspiel beiträgt.  Noch weitere Gastmusiker bereichern das Album – Klarinettist Giora Feidmann und Richard Galliano am Akkordeon sorgen sowohl für Feuer in Astor Piazollas „Fuga y Misterio“ als auch für den richtigen Rahmen bei der Klezmer-Improvisation „Freilach Ron“. Und für die rhythmische Unterstützung ist Percussionist Iatmar Doari zuständig.

Im Mittelpunkt steht aber immer Avis Mandoline, die diese verschiedenen musikalischen Welten miteinander verbindet und über erstaunliche solistische Ausdrucksfähigkeit verfügt  –  von mitreißend schwungvollen Rhythmen bis zu melancholisch singendem Tremolo. Auf „Between Worlds“ zeigt sich Avi Avital wahrhaft als Meister seines Instrumentes und darüber hinaus als innovativer Künstler, der Musik nicht in ihren üblichen Schubladen belässt, sondern den Hörer mit neuen Klangerlebnissen herausfordert.

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