Basta spielen „Domino“: die A-cappella-Hochburg liegt in Köln

VERÖFFENTLICHUNG» 31.10.2014
BEWERTUNG» 9 / 9
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Basta aus Köln gehören zu den besten deutschen A-cappella-Gruppen. Wer die Jungs einmal live erlebt, wird ganz sicher dem Charme ihrer Darbietung erliegen und sie in die persönliche Favoritenliste aufnehmen. Zu den Livequalitäten kommen aber auch inzwischen sieben Studioalben, die zum größten Teil selbst verfasstes und arrangiertes Liedgut enthalten und immer aufs Neue die komödiantischen Songwriter-Qualitäten des Quintetts betonen. Kein anderes deutsches Vokalensemble ist so frech und spritzig wie diese fünf Burschen

William Wahl überrascht als Songwriter immer wieder mit seinem unendlichen Ideenschatz. Da ist der spannende Opener „Vorband“, in welchem Basta atmosphärisch in die Rolle eines Supportacts für ihre eigene Show schlüpfen und deren Gefühle beschreiben. Schon hier fällt das frische Arrangement auf, für das William Unterstützung durch den Kollegen Oliver Gies von Maybebop bekommen hat.

Es folgt das lockere, südländisch angehauchte „Bastalavista“, das mit optimistischen Tönen die eigentlich schlechten Seiten des Lebens untersucht. Wunderbar, welche rhythmischen Finessen hier von den Kollegen im Hintergrund erzeugt werden, die den Solisten Werner kongenial unterstützen. Im Anschluss erklärt René seine Liebe zur Band mit „Es ist nur a cappella, doch ich mag es“ und spricht mir damit aus der Seele. Drei Songs – und schon haben Basta mich wieder voll für sich eingenommen. Zuhause wird jetzt der Streit mit den Kids beginnen, welche aktuelle CD in den Player kommt, da deren große Liebe einer anderen Kölner A-cappella-Truppe gilt.

Die wirklich ungewöhnlichen Titel schließen sich erst jetzt an. Thomas fasst „Die Schöpfung“ in einer recht blasphemischen Neufassung zusammen und der neue Bass Arndt zeigt seine Qualitäten im Titelsong „Domino„, der gekonnt einen gregorianischen Choral persifliert. Es folgt mein momentaner Lieblingssong „Der Mann, der keine Beatbox konnte“, der vor skurrilen Ideen nur so strotzt und live sicher ein Highlight werden wird. Dann die Parodie „Being Reinhard Mey“, die schon seit einigen Jahren live gespielt wird und eine schöne Hommage an den großen Liedermacher darstellt.

Ganz große Momente sind für mich immer Williams Liebeslieder, bei denen er im besten Fall auch selbst die Leadstimme singt. Dabei bewegt sich der Songwriter nie in den festgefahrenen Bahnen „normaler“ Lovesongs, sondern beleuchtet die Thematik ganz neu. „Bevor ich bei dir war“ beispielsweise ist ein emotionales Stück, das die Sehnsucht ausdrückt, Ereignisse miterlebt zu haben, die vor Beginn einer Beziehung stattfanden. Und „Timbuktu“ beschreibt eine wundervolle Fantasiereise ins Land der Träume.

Ich bin immer wieder beeindruckt von den klanglichen Ideen und der fantasievollen vokalen Umsetzung. Basta haben es auch mit ihrem siebten Album geschafft, sich wieder selbst zu übertreffen, und beweisen mir einmal mehr, warum sie meine A-cappella-Favoriten sind. Die Songs entwickeln sich mit jedem Hördurchlauf weiter und lassen keine Langeweile aufkommen. Nur eins kann besser sein, als eine CD von Basta: Basta live on stage.

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