Beckmann & Band – „Bei allem sowieso vielleicht“: ein Moderator mutiert zum Sänger

VERÖFFENTLICHUNG» 14.03.2014
BEWERTUNG» 6 / 9
ARTIST»
LABEL» ,
  bei Amazon bestellen

Im Showgeschäft sind die Grenzen oft fließend. Da mutieren Sänger zu Schauspielern, Schauspieler zu Moderatoren und manchmal sogar Moderatoren zu Sängern. Von Reinhold Beckmann hätte ich letzteres weniger erwartet, aber tatsächlich ist der Mann schon seit zwei Jahren mit eigener Band musikalisch unterwegs und veröffentlicht nun sein Debütalbum „Bei allem sowieso vielleicht“.

Und ja, Beckmann kann singen, auch wenn es stellenweise etwas gekünstelt klingt. Er kann sogar texten und komponieren, denn er hat an allen Liedern des Albums selbst mitgeschrieben. Herausgekommen sind 12 vom Alltag inspirierte Songs, manchmal ernst, aber oft auch witzig und selbstironisch. „Das Beste“ etwa thematisiert die zwiespältige Einstellung zum Älterwerden, „Charlotte“ ist eine Liebeserklärung an eine Fleischwarenverkäuferin und der Titel „Hypochonder spricht für sich selbst. Musikalisch verpackt wird das Ganze in vielseitige akustische Arrangements zwischen Pop und Jazz.

Über weite Strecken plätschert das Album einfach ganz unterhaltsam vor sich hin, geht aber mit ruhigen Titeln wie „Sei mein Lächeln“ oder „Da sein“ auch mal unter die Haut. Seinen Gute-Laune-Höhepunkt erreicht es mit dem beschwingten Liebelied „Dosenbier“ und den Abschluss macht das nachdenkliche Titelstück „Bei allem sowieso vielleicht“, das sich ebenfalls als Liebelied entpuppt.

Wer Beckmann schon nicht gerne reden hört, sollte von diesem Album die Finger lassen. Und an die Klasse von Barbara Schöneberger oder Ina Müller kommt der Moderator mit seinem Debüt auch noch nicht heran – hörenswert ist es aber allemal.

[amazonButton]Hier kannst Du das BECKMANN-Album bestellen[/amazonButton]