Betontod sagen „Entschuldigung für Nichts“

VERÖFFENTLICHUNG» 31.08.2012
BEWERTUNG» 4 / 9
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„Saufen, saufen, jeden Tag nur saufen“ (HömmaSommaWomma), „If The Kids Are United“ (Egal Wohin Es Geht) oder doch lieber „Verdammt, ich lieb dich“ (Halt mich)? Egal was Betontod auf ihrer neuen Scheibe auch versuchen, alles will irgendwie nicht so richtig klappen. Natürlich erwartet man keine Quantensprünge bei einer Band, die seit mehr als 20 Jahren im Geschäft ist. Vielleicht hätte man sich jedoch etwas mehr Routine, schnelle Nummern, viel Geschredder und ihre wirklich intelligenten Texte auf „Entschuldigung für Nichts“ gewünscht. All dies ist nämlich nur bedingt vorhanden.

Fangen wir an beim Sound: An sich sind alle Songs von Gitarren, Drums und Bass her sehr gut aufgenommen, die Stimme jedoch versagt bei den meisten der Songs kläglich und somit auch die Lyrik. Beim Opener „Alles“ fällt dies besonders auf. Eine weitere Komponente sind die wirklich sehr zurückhaltenden Songs was das Thema Schnelligkeit an der Gitarre betrifft. Alles ist behäbig, gar fast schon beruhigend. Lediglich bei „Gute Reise“ lassen Betontod ihre Schnelligkeit aufblitzen. Gleichzeitig aber auch den viel zu leisen Gesang. Ärgerlich ist so etwas.

Als die Intro-Melodie von Lied Nr. 11 erklingt, hört man vor allem Folgendes heraus: Dieser Song wird verdammt süffig. Der Refrain ist ein Gebrülle was ungefähr nach „Hömma, samma womma, nomma Bier trinken gehen, Bier trinken gehen, Bier trinken gehen, dat war so wunderschööööööön“ klingt. Hilfe, was ein Gehirnbrand. Trotzdem kann gerade dieser Song durch seine platte Message durchaus Unterhaltungswert aufweisen und auf der nächsten Gartenparty zeichnet er sich bestimmt als ein gutes Einstiegslied aus. Richtig gut wird es erst beim letzten Lied „Dagegenstehen“. Vor allem die Chöre während des Refrains, die aus voller Inbrunst brüllen „Lass uns dageeeeegenstehen, Flagge zeigen und aufrecht stehen. Komm saaaag es laut, für die Freiheit, für dein Recht!“ erzeugen eine wunderbare Atmosphäre. Der Song würde sich glatt als Quotenballade in meine Lieblingssetlist von Betontod einreihen. Gutes Ding.

Trotz „HömmaSommaWommaNomma“ und „Dagegenstehen“ fällt das Album leider eher ziemlich mau aus. Die wesentlichen Schwachpunkte stellen für mich das Verhältnis der Lautstärke von Musik und Text und die zunehmende Ruhe, die Betontod auf diesem Album ausstrahlen, dar. Hoffentlich ist dies keine Totenruhe und die Herren aus Rheinberg finden wieder zu alter Stärke zurück.