Beyoncé: Ein musikalisch und visuell spannendes Statement der erfolgreichen Künstlerin

VERÖFFENTLICHUNG» 20.12.2013
BEWERTUNG» 7 / 9
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Wenn ein Künstler ein Album nach sich selbst benennt, ist dies entweder einfallslos oder ein Statement. Bei Beyoncé trifft auf jeden Fall letzteres zu – schließlich veröffentlichte sie ihr aktuelles Album nicht nur völlig überraschend im Dezember 2013, und zwar zuerst als Download auf ITunes, sondern wählte auch noch die ungewöhnliche Form eines Visual Albums, bei dem es zu  jedem Song ein Video  gibt.

„Beyoncé“ ist aber auch inhaltlich ein außergewöhnliches Album. Mehr denn je folgt die erfolgreiche R´n´B-Sängerin ihren ganz eigenen musikalischen Vorstellungen, ohne sich Trends oder Konventionen zu unterwerfen. Dies führt aber auch dazu, dass vieles beim ersten Hören befremdlich wirkt und kaum ein Song sich direkt im Ohr festsetzt. Titel wie „Partition“, „Superpower“ oder „***Flawless“ strapazieren die Hörgewohnheiten mit monotonen Begleitungen, verwirrender Melodieführung oder langen gesprochenen Passagen und erschweren den direkten Zugang.

In der visuellen Umsetzung erschließen sich die Songs dann schon eher. Äußerst gelungen sind die kritische Auseinandersetzung mit dem herrschenden Schönheitswahn in „Pretty Hurts“ anhand einer fiktiven Misswahl, die intensiv dargestellte Gefühlswelt von „Jealous“ oder der Umgang mit dem Verlust eines geliebten Menschen in der tollen Ballade „Heaven“. „No Angel“ bewegt mit ganz alltäglichen Bildern aus einem amerikanischen Schwarzen-Viertel und  in „Blue“ wird der verträumten musikalischen Atmosphäre karibisch anmutende Farbenfreude entgegengesetzt. Und auch die teilweise verstörenden Bilder zu „Haunted“ oder „Mine“ faszinieren auf ganz eigene Weise.

Wie immer hat sich Beyoncé einige Gäste ins Studio geladen, wie etwa den Rapper Drake oder den Musiker Frank Ocean. Aber auch Ehemann Jay Z ist zu hören im sehr authentisch wirkenden Liebeslied „Drunk in Love“ und sogar Tochter Blue Ivy darf zum neuen Album beitragen.

„Beyoncé“ ist sicher nicht das eingängigste Werk der amerikanischen Sängerin, aber wahrscheinlich das bisher persönlichste und auf jeden Fall das anspruchsvollste. Angeblich hat sie die 14 Albumtitel aus einem Pool von über 80 neuen Songs ausgewählt – da darf man wahrhaft gespannt, sein, was sie uns in Zukunft noch zu bieten hat!

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