Big Moon Ritual ist das erste Album von Chris Robinson Brotherhood

VERÖFFENTLICHUNG» 08.06.2012
BEWERTUNG» 9 / 9
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„Big Moon Ritual“ ist das erste Album von Chris Robinson Brotherhood. Moment mal, der Chris Robinson? Ja genau, der Chris Robinson, Sänger der legendären Black Crowes. Nachdem die Band im vergangenen Jahr leider ihr vorläufiges Ende verkündet hatte, blieb es nicht lange ruhig um Chris und seinen Bruder Rich. Der veröffentlichte bereits vor wenigen Monaten ein Soloalbum, während Chris schon zu Black Crowes-Zeiten die Chris Robinson Brotherhood formierte. Bislang gab es das Quintett allerdings lediglich auf diversen offiziellen Live-Bootlegs zu hören. Damit ist jetzt glücklicherweise Schluß!

Schon das Artwork von „Big Moon Ritual“ lässt erahnen, wohin die Reise geht. Das Cover von Bruno Borges des spartanischen Digipacks ohne Booklet und die Tatsache, dass die lediglich sieben Songs eine Gesamtlaufzeit von 60 Minuten erreichen, spricht für allerlei psychedelisches Potential. Lustig ist auch, dass die CD in der Optik einer LP gehalten ist. Mit echten Rillen! Chris Robinson zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis: „Wir haben die Freiheit das zu tun, was wir wollen“. Er tut sogar noch mehr. „Big Moon Ritual“ ist ein wahres Meisterwerk geworden. Das vielleicht entspannteste Album seit Erfindung des Blues.

Der groovige Opener „Tulsa Yesterday“ gibt die Richtung vor. Und dann nach 2:25 Minuten zum ersten Mal diese Stimme. Einfach geil! „Rosalee“ rockt ebenso leicht vor sich hin, bevor es sich in einen halluzinogenen Trauermarsch verwandelt. Wenn man denkt, das Stück sei zu Ende, kehrt es stattdessen nochmals mit voller Kraft zu seinem fröhlichen Ausgangsthema zurück. Robinson und seine Mitstreiter, Gitarrist Neal Casal, Keyboarder Adam MacDougall, Mark Dutton am Bass sowie Drummer George Sluppick, nutzen die musikalische Grenzenlosigkeit zu ausgiebigen Improvisationsparts („Tomorrow Blues“). Besonders im melancholisch-klagenden „Star Or Stone“ glänzt Casal mit einem wunderbaren Gitarren-Zwischenspiel. Dazu gibt es mit „Reflections On A Broken Mirror“ noch eine absolute Mörderballade, die nur noch vom gleich darauf folgenden „Beware, Oh Take Care“ getoppt wird. Eine Hymne für all die Lonesome Cowboys dieser Welt und mit 7:44 Minuten viel zu kurz. Alleine für diesen Song lohnt sich der Kauf des Albums! Hammer!

Natürlich bleiben Chris Robinson Brotherhood mit „Big Moon Ritual“ in der Tradition der Black Crowes. Zu behaupten, es sei das beste Crowes-Album seit „The Southern Harmony And Musical Companion“ wäre allerdings unfair. Denn was Songfreiheit und Spielfreude angeht, wagt sich die Band dabei noch weiter vor als die Black Crowes. Das ist ganz grosses Kino! Für September haben Chris Robinson Brotherhood mit „The Magic Door“ bereits den Nachfolger angekündigt. Ich zähle die Tage…