Billy Joels Live-Klassiker „Live In Leningrad“ in einer komplettierten Neuauflage

VERÖFFENTLICHUNG» 16.05.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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In heutigen Tagen, da das Verhältnis des Westens zu Russland wieder deutliche Dellen bekommt, gewinnt auch ein Album wie Billy Joels „Live In Leningrad“ aus dem Jahr 1987 wieder an neuer Relevanz. Eigentlich trug das Album in kyrillischer Schrift den Titel „Konzert“ und war der Zusammenschnitt einer sechsteiligen Konzertreihe, die den Musiker als ersten US-amerikanischen Künstler (zu Zeiten des Kalten Krieges) in die Sowjetunion führte.

Das Album erschien als einfache LP und später als Einzel-CD. Nun wird es unter dem Titel „A Matter Of Trust – The Bridge To Russia“ neu aufgelegt. Wir dürfen uns auf eine DVD, BluRay, Doppel-CD oder alles zusammen in einer Deluxe Edition freuen. Ich beschränke mich hier auf den auditiven Part, da mir nur die Doppel-CD vorliegt.

Der Start ist klassisch mit dem chorischen Traditional „Odoya“ wie auf dem ursprünglichen Album. Es folgt das exzessive Piano-Vorspiel und schließlich der Song „Angry Young Man“. Schon tausendfach gehört. Immer noch geil. Die Ansagen werden von einem Sprecher ins Russische übersetzt. Auch sehr nostalgisch. Es folgt das emotionale „Honesty“ und danach schon beginnt der Reigen unveröffentlichter Tracks der Tour. Neun sind es an der Zahl.

Man darf sich auf einige Leckerbissen freuen. „Scenes From An Italian Restaurant“ kommt sehr bildgewaltig daher. Dann gibt es eine Einführung ins A-cappella-Genre und über den kurzen Titel „What’s Your Name“ eine grandiose Version von „The Longest Time“.

Auf CD 2 darf natürlich der Klassiker „Back In The U.S.S.R.“ nicht fehlen, gefolgt von „The Times They Are A-Changin‘“. Als Bonustracks gibt es „She Loves You“ und „New York State Of Mind“ von den Rehearsals der Russland-Tour. Eine feine Ergänzung. Ganz zum Ende schließt sich „Piano Man“ an, wobei nicht ersichtlich wird, woher diese Aufnahme stammt. Egal – „Piano Man“ geht immer.

„A Matter Of Trust“ ist in seinen verschiedenen Formaten ein musikgeschichtliches Dokument. Wenn man so will: aktueller denn je. Die Deluxe Edition enthält eine Buch-Dokumentation mit Augenzeugenberichten. Sicher interessant. Fantastisch ist es aber allein schon, dass das Konzert nun (auch wenn es vermutlich von verschiedenen Abenden stammt) als vollständiger Mitschnitt vorliegt.

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