Bloc Party sind nach vier Jahren mit neuem Studioalbum „Four“ zurück

VERÖFFENTLICHUNG» 24.08.2012
BEWERTUNG» 8 / 9
ARTIST» ,
LABEL» , ,
  bei Amazon bestellen

Die britischen Indierocker von Bloc Party melden sich mit ihrem aktuellen Album „Four“ definitiv wieder zurück! Seit ihrem letzten Album „Intimacy“ (2008) und ihrer letzten Tour in 2009 wurde es ruhig um die Band, sogar Trennungsgerüchte machten die Runde. Frontmann und Sänger Kele Okereke brachte 2010 sein elektronisch geprägtes Soloalbum „The Boxer“ heraus und ging damit anschließend auf Tour. Anfang des Jahres wurde dann offiziell bekannt gegeben, dass sich Bloc Party in Originalbesetzung wieder zusammengefunden haben und bereits erste Songs für ein neues Album im Studio in New York aufnehmen.

Und jetzt ist es endlich soweit, mit ihrem vierten Longplayer starten die vier Briten so richtig durch, rockiger als die Alben zuvor und doch irgendwie noch dem Bloc Party Stil treu, bringen sie mit „Four“ neue Einflüsse und Melodien hervor, die unsere überraschten Ohren entzücken.

Der Opener „So He Begins To Lie“ startet mit unverkennbarem Okereke-Gesang, verzerrten Gitarren, eingängigen Riffs und dem stets präsenten Drumsound, der sich zunehmend im Songverlauf aufbäumt. „3×3“ kommt monumental und fast episch daher, der breit angelegte Sound ist prädestiniert dazu, ganze Stadien und Festivalgelände zu beschallen, was sie in diesem Sommer u.a beim Melt! und dem FM4 Frequency eindrucksvoll unter Beweis stellten. Die vibrierenden Gitarren und zischelnden Becken in „Octopus“ und „Truth“ prägen den schwungvollen. eingängigen Charakter der Songs, welche durchweg tanzbar sind. Auch in „Team A“ vereinigen sich schwungvolle Indieklänge mit rockigen Sounds, was für Bloc Party geradezu typisch sind. „Kettling“ und auch „We Are Not Good People“ brechen in die rockig-lärmige, teils sogar in die Nu-Metal-Richtung aus und läuten eine ganz andere Ära als das eher elektronisch geprägte Vorgängeralbum ein, was sicherlich auch durch Produzent Alex Newport (u.a. Death Cab For Cutie, The Mars Volta) hervorgerufen wurde. Echte Überraschungseffekte mit Tempo- und Stilwechseln hält vor allem „Coliseum“ bereit, der ruhig beginnende langsame Song kippt in krachend aggressive Töne und rau-rockige Gesangspassagen. „Day Four“ und „V.A.L.I.S.“ gehen wieder eindeutiger in die melodisch-poppige Richtung von „A Weekend In The City“ und entwickeln sich schon beim zweiten Hören als echte Ohrwürmer, vor allem in den einprägsamen, mitsingtauglichen Refrains. Das wunderschön zart gesungende „Real Talk“ oder „The Healing“ ruft hingegen geradezu Melancholie beim Zuhörer hervor,

Mit „Four“ bringen die Briten ein frisches Album hervor, welches in der Tat Neues hervorbringt und nicht nur Altes wieder heraus kramt. Soundtechnisch nähern sie sich Bands wie den Arctic Monkeys merklich an, zeigen aber die Besonderheit ihrer musikalischen Entwicklung weiterhin in ihrer Experimentierfreudigkeit. Sogar Bloc Party Fans, die sich einem der Sounds der Vorgängeralben verschworen haben, werden bei der hervorragend gelungenen musikalischen Mischung sicherlich ebenfalls auf ihre Kosten kommen.
Einen Online Stream des Albums findet ihr bei Soundcloud unter dem Link 

Nach diversen Festivalauftritten und einer USA/Kanadatour kommen Bloc Party im November für vier Konzerte wieder zu uns nach Deutschland:

  • 11.11.2012 Hamburg – Docks
  • 12.11.2012 Stuttgart – Theaterhaus
  • 13.11.2012 Dresden – Eventwerk
  • 15.11.2012 München – Tonhalle Tags