Bonaparte sind wieder Bonaparte – als Beweis gibt es ein neues Album

VERÖFFENTLICHUNG» 30.05.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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Ach Bonaparte. Die Band, deren Konzerte ich ohne weiteres (auch ungefragt) jedem Konzertgänger empfehle. Denn entweder wird man mit offenem Mund am Rand stehen und das Spektakel auf sich wirken lassen, oder Hals über Kopf in die Menge springen und erst zwei Stunden später wieder daraus auftauchen – verschwitzt, mit blauen Flecken und glücklich. Auch nach dem letzten Album, das allgemein mit einem „Meh“ aufgenommen wurde, gab es live nichts zu meckern.

Jetzt, nach viel Tamtam über die üblichen Social-Media-Kanäle, ist das vierte und selbstbetitelte Album „Bonaparte“ endlich da. Wenn Bands erst später in ihrer Karriere ein Album nach sich selbst benennen, heißt das in der Regel, dass man neu starten möchte. Und wenn nicht ganz so hart, dann dass sich irgendetwas ändert.

In kurz und schmerzlos: Bonaparte are back. Und gleichzeitig ziehen und entwickeln sie sich weiter. Auf „I wanna sue someone“ freue ich mich schon live. Das ist gröhlig und wird im Pogo-Pit super heizen. „Me so selfie“ funktioniert im Zusammenschluss des Albums plötzlich auch. „Wash your tights“ ist eins der experimentellen Stücke – sehr reduziert, beatlastig bis hin zu Elektro. Dazu gibt es auch langsamere Stücke. Besonders „Into the wild“ wird bei jedem Hören besser. Das klingt alles runder und erwachsener. Ich möchte fast „besser“ sagen. Auch an den Texten merkt man den Schritt vorwärts, ohne das Tobias Jundt „Bonaparte“ verliert: Das ist ein bisschen Krawall („I’m so sweet I could eat my selfie“), ein bisschen politisch („unemployment money won’t keep me stable, got to be ambitious cutting copper cables“), ein bisschen verträumt („if we lived here, we’d be home now“).

Echte Bonaparte-Anhimmler werden sich erst ein bisschen an die neue Art gewöhnen müssen. Da muss man schon zweimal reinhören. Für alle anderen ist „erwachsen werden“ ja gar nichts Schlimmes. Besonders musikalisch. Reinhören.

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