Bosse zelebriert seine Schönste Zeit „Kraniche Live in Hamburg“

VERÖFFENTLICHUNG» 18.07.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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Nach seinen letzten beiden Alben „Wartesaal“ und „Kraniche“ gehört Axel Bosse definitiv zu den deutschen Indiepop-Künstlern, mit denen man rechnen muss. Und es ist allerhöchste Zeit für ein Livealbum! Denn auch Bosse ist einer der Interpreten, die vor allem im Kontakt mit dem Publikum zu glänzen wissen. So ist dann das Konzert vor 7000 Menschen, das am 21.12.2013 in der Hamburger Sporthalle stattfand, eine sehr gute Wahl. Hier kann die norddeutsche Seilschaft, die sich Bosse in den letzten Jahren mit Kim Frank, Sebastian Madsen, Deichkind und den Mädels von Boy aufgebaut hat, ihre volle Wirkung entfalten.

Der Schwerpunkt des Konzerts liegt klar auf den beiden Alben, die bei Universal in den Jahren 2011 und 2013 erschienen sind. Der Backkatalog wird zunächst mit den Titeln „Niemand vermisst uns“, „Die Irritierten“ und „3 Millionen“ schon in der ersten Konzerthälfte abgehandelt. Alles Überbleibsel aus der rockigeren Anfangszeit des Künstlers. Diese lässt Bosse in der zweiten Konzerthälfte noch mal aufflackern, wenn er mit Sebastian Madsen „Alter Strand“ schmettert.

Ansonsten aber neun Titel von „Kraniche“ (der Titelsong gleich zu Beginn) und sechs von „Wartesaal“. Das sind nun mal die Songs, welche die Sporthalle in einen Ort voller Magie verwandeln – mit Party, Euphorie und Leidenschaft. Die langjährige Freundschaft zur Band Boy lässt Bosse mit Valeska Steiner und Sonja Glass die Ballade „Nächsten Sommer“ im Duett interpretieren. Der vielschichtige Track „Istanbul“ wird in einer sehr akustischen Version präsentiert, wobei er nichts von seinem exotischen Reiz verliert. Und zum Ende von CD 1 huldigen Kim Frank und Bosse ihrem Idol Rio Reiser mit „Junimond“. Ein fantastischer Moment – auch wenn man den Titel schon oft gehört hat.

CD 2 beginnt dann gleich mit meinem persönlichen Highlight „Schönste Zeit“ und einem stimmgewaltigen Background-Chor aus der Zuhörerschaft. Die DVD zeigt, wie hier die Emotionen ganz oben sind, lachende und schwitzende Gesichter im Publikum und auf der Bühne das pure Glück erleben. Bose schafft das vollkommene Live-Erlebnis. „Vive La Danse“ gehört dann ganz sicher nicht zu meinen Lieblingssongs und Axel tut sich an den Vocals hörbar schwer. Doch selbst dieser Titel weiß live die Menge zu begeistern. Abschließend gibt es zum Füllen der zweiten CD übrigens noch „Alter Affe Angst“ live aus dem Capitol Hannover.

Der Digipack ist schön aufgemacht mit Kranich-Cover und einem Booklet, das die Atmosphäre des Konzerts in Schwarz-weiß-Fotos festhält. Die DVD fängt das Konzert in 95 Minuten Länge ein und zeigt Bosse als formidablen Sympathieträger, der von seinen Fans mit Zuneigung überschüttet wird. Allein deshalb sollte man ein paar Euro drauf legen und das Package mit DVD dem rein auditiven Doppel-Album vorziehen. Bosse in seiner schönsten Zeit!

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