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Bury Tomorrow Cannibal: Psycho-Hygiene der etwas anderen (härteren) Art

Bury Tomorrow  •  Cannibal
Veröffentlichungsdatum: 03.07.2020
Unsere Bewertung: 7 von 9 Punkten

Geplant war der Release des neuen BURY TOMORROW Albums “Cannibal” bereits für den 3. April, dann kam allerdings der Corona-Wahnsinn und alle möglichen Releases verschoben sich und somit auch das des South-Coast-Quintetts. Nach nochmals dreimonatigem Warten erscheint es nun endlich am 3. Juli bei Music For Nations/Sony Music.

Nach dem 2018er Erfolgsalbum “Black Flame” schicken sich die Briten an, den Weg zum Metalcore-Thron weiterzugehen und ihre Fanbase erfolgreich auszubauen. Thematisch geht es bei dem neuen Album um die Psycho-Hygiene, die Aufarbeitung der dunklen Stellen in der Seele. Kein Verschleierungen, keine Metaphern, sondern klare, eindeutige Worte, so der neue Ansatz bei den Text von Dani Winter Bates.

„Ich spreche mit Menschen darüber, wie man seine geistige Gesundheit in den Griff kriegt (Dani fördert zusammen mit Profis aus dem Bereich sogenannte Safe Space Sessions während der Touren überall im Land) – wie kann ich also ein Album schreiben, auf dem ich nicht über das Thema spreche? Die Wiederherstellung geistiger Gesundheit ist das, was Leben rettet. Ich möchte, dass die Menschen Licht in der Dunkelheit sehen. Wenn sie sich damit beschäftigen, können sie in der Diskussion darüber Trost finden. Darüber zu sprechen, bringt Normalität und positive Bewegung in das Thema. Der Begriff Cannibal bezieht sich darauf, von seinen eigenen Gedanken aufgefressen zu werden, aber auch darauf, von anderen Menschen ‚gefressen’ zu werden“, sagt er. „Wir sind nicht nett zu uns selbst und erst recht nicht zu einander.“

So apokalyptisch die Stimmung der Texte ist, so apokalyptisch ist auch die musikalische Unterlegung: hart, erbarmungslos, konsequent. Dort, wo Hoffnungssamen gesät werden sollen, kommen nicht geahnte Melodik und klare Gesangslinien zum Vorschein, die eine Wirkung entstehen lassen, wie sie intensiver kaum sein kann. Das alles versetzt mit scharfen Riffs, donnernden Drums und hymnischen Refrains. Es wird Zeit, dass die Konzert- und Festivalzeiten wieder einkehren, denn das ist die Plattform für dieses Album.

„Ich wünsche mir, dass unsere Fanbase weiterwächst und wir nutzen können, was wir mit Black Flame erreicht haben”, sagt Dani. „Black Flame hat viele Menschen berührt. Ich will, dass Cannibal ein neues Kapitel unserer Karriere aufschlägt. Es ist ein großartiger Start für eine Diskussion und ich freue mich sehr darauf, dass die Leute es jetzt hören können.“

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