Bush und „Man On The Run“ – das zweite Album nach der Reunion

VERÖFFENTLICHUNG» 17.10.2014
BEWERTUNG» 6 / 9
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Im Jahr 2011 hat Gavin Rossdale seine Band Bush neu gegründet und mit „Sea Of Memories“ ein hervorragendes Comeback-Album vorgelegt. „Man On The Run“ ist das insgesamt sechste Studioalbum und das zweite in der neu formierten Besetzung der Band. Alle 14 Titel (die Deluxe Version des Albums enthält drei Bonustracks) wurden von Rossdale selbst geschrieben. Die Aufnahmen fanden in der Besetzung Rossdale (Gesang, Gitarre), Chris Traynor (Gitarre), Corey Britz (Bass) und Robin Goodridge (Drums) unter der Regie von Grammy-Preisträger Nick Raskulinecz (Mastodon, Deftones, Foo Fighters, Alice In Chains) in Dave Grohls Studio 606 im kalifornischen Northridge statt.

Man On The Run“ verlässt die hymnische Ausrichtung des letzten Albums und klingt wieder rockiger. Rossdale beherrscht mit seiner rauen Stimme die Songs und gibt ihnen das gewohnte Alternative-Feeling mit. Da ist zunächst der energische Opener „Just Like My Other Sins“. Ich mag diese dynamische Herangehensweise – eine starke Eröffnung für das Album. Sehr eingängig dringt dann der Titelsong „Man On The Run“ aus den Boxen. Sicher nicht Bushs stärkstes Stück, man kann aber nachvollziehen, warum sie das Album so benannt haben: Es fasst den soliden, vorwärts treibenden Klang der meisten Songs gut zusammen.

Damit ist eigentlich fast schon alles gesagt. Die Songs schwelgen in elegischen Gitarrenriffs und eingestreuten Keyboard-Melodien. Häufig kommt eine melancholische Grundhaltung durch, die Rossdale stimmlich perfekt beherrscht. Es wird aber nichts Neues geboten. Da fand ich „Sea Of Memories“ doch bedeutend mutiger. Während die Single-Auskopplung „The Only Way Out“ eine fast schon poppige Richtung einschlägt, kann man zumindest einen Track wie „Loneliness Is A Killer“ mit seinen emotionalen Ausbrüchen empfehlen, während bei der Ballade „Surrender“ die Keyboard-Passagen bisweilen allzu gemächlich daher kommen und Rossdales weinerliche Stimme auf Dauer an die Nerven geht.

Im Fazit ist „Man On The Run“ ein melancholisch gehaltenes rockiges Album, das viel von den früheren Bush-Qualitäten in sich trägt, aber höchstens als „solide“ zu bezeichnen ist. Fans der alten Tage werden ganz zufrieden sein, Innovation ist jedoch Fehlanzeige. Auch die drei Bonussongs helfen da nicht wirklich weiter. Allerdings funktioniert der letzte Track „The Golden Age“ als versöhnlicher hymnischer Rausschmeißer. Allein deshalb lohnt sich der Griff zur längeren Deluxe Edition.

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