Cäthe – Verschollenes Tier: Wiedergefunden, ausgebuddelt, aufgepäppelt und in Musik verpackt

VERÖFFENTLICHUNG» 14.06.2013
BEWERTUNG» 8 / 9
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Ein Foto mit einem kleinen Kind, vom Fahrrad gefallen und auf dem Boden liegend, ziert das neue Werk der Hamburger Künstlerin Cäthe. Genauso rätselhaft wie das Coverbild ist auch der Titel des Albums. „Verschollenes Tier“. In krakeliger Kinderschrift geschrieben, ist er auf dem Cover zu lesen.

Das Bild ist bereits ein deutlicher Hinweis, dass Cäthe auf dem Album sehr intime Momente aus ihrem Leben preisgibt. Denn auf dem Foto ist sie selbst zu sehen, nachdem sie mit ihrem Fahrrad hingefallen war. Sie war total schockiert darüber, dass sie gerade in dieser misslichen Situation fotografiert wurde: „Auf keinen Fall sollte das jemand mitkriegen. Ich wollte immer ganz schnell ganz viel können und alles wissen.“

Cäthe hat ihr „verschollenes Tier“ wiedergefunden, ausgebuddelt, aufgepäppelt und auf dem Album in Musik verpackt. Sie schreibt dazu: „Das Tier steht für die Verbindung mit dem Ursprünglichen, dem Instinktiven in mir. Im Alltag ist es oft verschüttet und versteckt sich. Aber wenn ich mich mit mir befasse, Musik mache oder auf der Bühne stehe, kommt es raus und kann atmen. Auf diesem Album komme ich dem verschollenen Tier, also mir selbst, sehr nah. Es fühlt sich an wie ankommen.“

Und das Cäthe mehr bei sich selbst angekommen ist, ist in den neuen Songs deutlich zu spüren. Sie erzählt in den Liedern persönliche Geschichten. Es ist ihr gelungen den Bogen so zu spannen, dass man sich als Zuhörer stets von ihr einbezogen fühlt. Cäthe fordert den, der ihrer Musik lauscht, sich auf die Reise zu sich selbst zu begeben. Wie ein roter Faden zieht sich diese Aufforderung durch das ganze Album. „Du musst was riskieren“ singt sie in „Kleingeld“. In diesem Song berichtet sie über einen Künstler, der nichts aus seinen Gaben macht, obwohl sich alles in ihm danach sehnt. Ob sie hier gar sich selbst meint, lassen wir mal dahingestellt sein.

Cäthe versucht dem Zuhörer Mut und Hoffnung zu geben. Sie erinnert uns daran, dass es sich immer lohnt zu kämpfen. Fliegt man mal auf die Schnauze, sollte man wieder aufstehen und weiter machen. Und nach dem Hören dieses Albums freut man sich, dass Cäthe wieder aufgestanden ist und weitergemacht hat – und dieses sehr schöne Werk geschaffen hat.

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