Cat Power – Chan Marshall lässt mit „Sun“ die Sonne aufgehen

VERÖFFENTLICHUNG» 31.08.2012
BEWERTUNG» 6 / 9
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Verklärt und sanft blickt uns Chan Marshall alias Cat Power vom puristischen Albumcover  ihrer neuen Platte „Sun“ mit kurzen Haaren entgegen. Ein blasser Regenbogen weht ihr dort um die Nase. Es hat etwas altmodisch popiges, der erste Eindruck der sich visuell aufdrängt und inhaltlich verortet sich die Künstlerin jetzt neuerdings in Popkunststücken. Mit neuem Selbstbewusstsein streift Chan Marshall scheinbar alle Dämonen der Vergangenheit ab, damit aber auch die zuvor bespielten Terrains wie Memphis Soul oder urbanen Blues. Bekannt war sie durch viele Cover versionen alter Helden der Genres Blues, Folk und auch Jazz. Alles organisch, rauchig und traditionell verhaftet.

Auf „Sun“ wagt sich die Künstlerin jetzt mit einem Album, ausschließlich auf Eigenkompositionen basierend, in modernere Gefilde oder sagen wir Poplandschaften vor. Diese Landschaften bergen Latino-Pop („Ruin“) genauso wie New Wave Versatzstücke, Hip Hop – Beats („Sun“) und prominente Synthie Loops in einigen der neuen Songs.

Es braucht seine Durchläufe und auch nach einiger Zeit hört man hier noch kein zweites Meisterwerk der Frau aus Atlanta, die einst als sensibles Pflänzchen im New Yorker Underground gehegt und gepflegt wurde. Sie hat ihre frischen Emotionen, nach tiefer schwerer Dunkelheit, in diese Lieder gelegt und die sind durchaus ambitioniert und auch von ihr selbst arrangiert. Das finale Mastering, so dass Cat Power nicht mehr so klingt wie gewohnt, übernahm dann einer der sich mit Elektro Pop auskennt und fertig ist der neue Sound. Auf der aktuellen Platte begleitet Cat Power im Song „Nothing But Time“ über eine Länge von elf Minuten ein Mann, der sich in seiner langen Laufbahn im Musikbusiness auch bereits schon (neu) erfunden hat – nämlich im Background Iggy Pop.

Die junge Frau hat sich auf dem neusten Werk von ihrer Vergangenheit losgesagt und vielleicht erst das nächste Album wird weisen, wohin der Weg der Chan Marshall jetzt tatsächlich führt. „….es ist ein Nicht – zurücksehnen, sondern weitermachen. Ein zuversichtlicher Gang in die eigene Zukunft, hin zu persönlicher Kraft und Erfüllung….“ Wir wünschen ihr das Beste!