CHICKENFOOT – die Supergroup und ihr zweites Livealbum „LV“

VERÖFFENTLICHUNG» 07.12.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
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Wenn Virtuose Joe Satriani ein neues Projekt aus dem Ärmel zaubert, dann horcht die Gitarrenwelt auf. Dabei hat der amerikanische Rockgitarrist nie groß in einer Band von sich reden gemacht. Klar – er ersetzte zwei Jahre lang Ritchie Blackmore bei Deep Purple, doch ansonsten stießen vor allem seine Soloalben und sein musikalischer Einfluss auf Gitarristen weltweit auf große Resonanz. Seit 2009 erfreuen wir uns also an dem neuen Bandprojekt. Der Begriff der Supergroup wurde in den 80er Jahren gerne mal für Zusammenschlüsse bekannter Künstler gewählt. Ich erinnere nur an Asia, oder (in den 90ern) an Transatlantic. Doch wer hat sich nun hier zusammengefunden? Immerhin die halben Van Halen. Sammy Hagar war von 1985 bis 1996 Sänger der Band und dann 2004 erneut für ein kurzes Gastspiel. Und Bassist Michael Anthony bediente ganze 32 Jahre die Rhythmussaiten unter den Van Halen-Brüdern, bis er mit Hagar ausstieg. Als Vierter im Bunde gesellt sich Chad Smith, Drummer der Red Hot Chili Peppers, zum Quartett berühmter Namen.

Nach dem ersten Studioalbum folgte ein Live-Release. So muss es auch jetzt wieder eine Live-Veröffentlichung geben. „LV“ lautet der Titel und die Tracks gliedern sich in „Side A“ und „Side B“, es handelt sich aber nur um eine einzige Scheibe.

Die erste Albumhälfte besteht aus Stücken vom Album „Chickenfoot III“, die auf der „Different Devil Tour 2012“ mitgeschnitten wurden. Die zweite Hälfte nennt sich „Live rarities and B-sides“ und besteht aus sechs Stücken des ersten Albums „Chickenfoot“. Also nichts wirklich Neues, aber trotzdem eine spannende Zusammenstellung.

Was da aus den Boxen klingt, geht stark in Richtung Blues Rock mit Funkeinflussen und einem Schuss Südstaatenpower. Doch allein die Bandmitglieder sind Garant dafür, dass der Sound sehr energisch rüberkommt. Satriani an der Gitarre und Smith am Schlagwerk können gar nicht anders, als uns hervorragende Rockmusik zu liefern, die dann aber mehr nach Led Zeppelin als nach den Red Hot Chili Peppers klingt. Und natürlich ist Hagars Einfluss nicht von der Hand zu weisen. Die vier Meister an den Instrumenten und am Mikro nehmen ihre Persönlichkeiten angenehm zurück, machen das Konzert nicht zum Wettstreit, sondern lassen die Band homogen nach Band klingen. Einzelne Ausflüge in solistische Sphären sollen dabei durchaus erlaubt sein.