Chris de Burgh liefert mit „Home“ eine Retrospektive der ganz besonderen Art

VERÖFFENTLICHUNG» 12.10.2012
BEWERTUNG» 7 / 9
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Neue Songs von Chris de Burgh haben momentan Seltenheitswert. Im Prinzip betreibt er eine Form von Vergangenheitsbewältigung und lieferte in den beiden „Footsteps“-Alben vor allem Coverversionen bekannter Songs, die ihn während seiner Karriere beeinflusst haben. Hinzu kam vor zwei Jahren das Werk „Moonfleet“, das dann aber mehr musikalisch unterlegte Erzählung als ein echtes neues Album war. Auch „Home“ hat nichts Neues zu bieten. Es ist eine Retrospektive älterer Titel, die akustisch gehalten ist und die er selbst produziert und im heimischen Studio aufgenommen hat. Allerdings ohne Best-of-Charakter. Es handelt sich eher um die unentdeckten Perlen seiner Karriere, die der Künstler hier versammelt hat.

14 Songs aus drei Jahrzehnten sind auf dem Acoustic Album vereint. Beispielsweise „Goodnight“ von seinem Debüt „Far Beyond These Castle Walls“, das schmachtende „Fatal Hesitation“, die fast schon aggressive Folkrock-Nummer „Waiting For The Hurricane“ und Lovesongs wie „Tender Hands“ und „Suddenly Love“.

Zunächst mal ist es äußerst mutig, auf die bewährten Singlehits zu verzichten. Dann klingen die alten Titel in der neuen Produktion erstaunlich frisch und reihen sich wie aus einem Guss aneinander. Das lässt sie in neuem Glanz erstrahlen und macht das Album zu einem homogenen Gesamtwerk. „Deshalb habe ich bewusst auf manche berühmten Songs verzichtet, um den einen oder anderen Brillanten, den manche Menschen vielleicht bisher nicht so wahrgenommen haben, besser strahlen zu lassen“, sagt der Künstler. Gute Idee – und das Ergebnis kann ich als äußerst gelungen bezeichnen.