Coheed and Cambria bauen ihr SF-Universum mit „The Afterman“ weiter aus

VERÖFFENTLICHUNG» 05.10.2012
BEWERTUNG» 6 / 9
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Coheed and Cambria machten in der Vergangenheit vor allem durch eine verworrene SF-Story auf sich aufmerksam, die sich durch all ihre Alben zog. Dabei war man geneigt, die fantastische Musik zu vergessen. Sehr progressiv und experimentell – wie Hardrock von einem fremden Planeten, voll mit Indie- und Metal-, bisweilen gar poppigen Elementen.

Erzählt wurde die Geschichte des Ehepaars Coheed und Cambria Kilgannon, welches auf einem erdähnlichen Planeten lebt. Von deren Seite ist anscheinend nun alles erzählt, doch man bleibt im gleichen Universum. Sänger Claudio Sanchez hat den Mythos um „The Afterman“ erfunden. Im Mittelpunkt der Story steht Sirius, einer der berühmtesten Astronomen des Heaven’s Fence-Universums (das auch schon auf den beiden ersten Platten besungen wurde), der die größte Entdeckung seiner Existenz, möglicherweise sogar der Menschheit, macht.

Es soll sich um ein doppeltes Konzeptalbum handeln, von dem mit „The Afterman: Ascension“ nun der erste Teil erscheint. Wer das noch etwas vertiefen will, muss sich wohl die Comic-Reihe „The Amory Wars“ zulegen, welche die komplette Geschichte zum Glück in chronologischer Reihenfolge erzählt. Eine Verfilmung soll folgen – Sanchez macht grundsätzlich keine halben Sachen.

Musikalisch finde ich das Album diesmal erstaunlich unspektakulär. Viel AOR – die Songs sind nicht so ausgefeilt wie sonst und das Ganze ist homogener gehalten. Allerdings wissen die melodischen Elemente und der Alternative-Einschlag durchaus zu begeistern. Ein paar eingestreute Riffs in 80er-Manier, akustische Klänge und Refrains zwischen Pop und Punk. Das alles eingewebt in eine konzeptionell erzählte Geschichte, durchsetzt mit kleinen Sprechpassagen. Das Ergebnis ist durchaus überzeugend und erleichtert vielleicht allen den Einstieg, die sich bislang von der komplexen Idee haben abschrecken lassen.